Chronik | Niederösterreich
10.01.2012

Hanfplantage im Miethaus: Haftstrafen für Züchter

Prozess – „Ich hab‘ doch nur mitgeholfen“ behaupten die Angeklagten stereotyp. Drei Männer sitzen als „Haschisch-Bauern“ auf der Anklagebank im Landesgericht St. Pölten, doch keiner will Regie geführt haben, als ein einschichtiges, angemietetes Knusperhäuschen in Münichreith (Bezirk Melk) zur Indoor-Hanfplantage umfunktioniert wurde. Ein 36-jähriger, gelernter Friseur, ein seit zehn Jahren wegen Rückenleiden arbeitsunfähiger 50-Jähriger sowie ein 26-jähriger Musiker – alle aus Wien – bewirtschafteten das Anwesen.

240 Hanfpflanzen sprossen der Ernte entgegen. Doch diese blieb dem Trio versagt, weil ein Einbrecher die Früchte der Zuchtarbeit einfuhr. Der Nachbarin war aufgefallen, dass die Eingangstüre des Miethauses aufgebrochen war. Sie alarmierte die Polizei, die wurde dadurch auf die Hanfproduktion aufmerksam, fand jedoch nur noch 240 Stiele vor.

Unklar bleibt, ob nicheiner der Angeklagten den Einbruch vortäuschte, um die Komplizen zu übervorteilen. Alle leugnen und Beweise dafür gibt es nicht.

Vorbestraft

Faktum ist, dass zwei Angeklagte heftig vorbestraft sind. Der Friseur hat Haftaufschub bekommen, er muss 18 Monate absitzen. Der Rückenleidende hat sechs Monate Gefängnis offen. Die nicht rechtskräftigen Urteile: Zweieinhalb bzw. zwei Jahre hinter Gittern. Der Musiker (Mieter des Hauses) kommt mit einem Jahr bedingter Haft davon.