Umweltschützer zeigen erneut Behörden an
Die Umweltschutzorganisation Global 2000 nimmt in der Causa Grundwasserverseuchung in Korneuburg erneut die Behörden ins Visier. Eine Sachverhaltsdarstellung wurde an die Staatsanwaltschaft übergeben.
Es handle sich um eine „teils fahrlässige, teils vorsätzliche Beitragstäterschaft“ der Behörden, meint Umweltchemiker Helmut Burtscher. Man habe den Austritt von Pestiziden und Herbiziden aus dem Kwizda-Areal durch mangelhafte Kontrollen nicht verhindert, einer Ausbreitung nicht vorgebeugt und die Menschen nicht ausreichend informiert. Beamte hätten bewusst zur Vertuschung des Schadensausmaßes beigetragen, heißt es. „Das wahre Ausmaß wurde zwei Jahre nicht festgestellt“, sagt Burtscher. Es sei zwar immer wieder auf ein Pestizid geprüft, aber kein vollständiges Screening durchgeführt worden. Gesundheitsschädliche Stoffe hätten sich so bis zum Brunnenfeld Bisamberg ausbreiten können, aus dem bis zu 50.000 Menschen ihr Wasser bezogen hatten. Von Seiten der zuständige Stellen wird dies vehement dementiert.
Auffällige Parallelen
Einen ähnlichen Fall gab es im Bezirk Wiener Neustadt. In Ebenfurth strömten jahrelang Pestizide ins Grundwasser. Die Geschäftsführerin des Agro-Chemie-Konzerns GAT wurde zu bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt. In beiden Fällen war der gleiche Sachverständige am Werk. Matthias Schabl von der Initiative „Pro reines Wasser“ in Korneuburg: „In den letzten fünf Jahren wurde das Abwassersystem nicht kontrolliert, auch nach der Meldung eines Unfalls im Jahr 2010 wurde keine Inspektion vorgenommen“, erklärt er.
Kwizda weist alle Vorwürfe von sich. „Wäre der komplette Umfang der Verunreinigung bekannt gewesen, hätte sich das Unternehmen Millionen Euro erspart“, sagt Firmen-Sprecherin Michaela Hebein. Die BH Korneuburg will am kommenden Montag Rede und Antwort stehen und über Sanierungsfortschritte informieren.
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