Sanierung läuft besser als erwartet, Schon etliche Kilogramm Clopyralid aus GW geholt

© Stefan Straka

Korneuburg
02/25/2013

Grundwasser-Krimi: Sanierung läuft gut an

Vier Kilogramm des Pestizids Clopyralid wurden mit Filtern bereits aus dem Grundwasser geholt. Nur ein Bruchteil davon ging in die Donau.

von Stefan Straka

Man kann das Blatt drehen und wenden, wie man will: Trotz aller Unkenrufe der Umweltschutzorganisation Global 2000 läuft die Grundwassersanierung im Korneuburger Becken wie am Schnürchen. Die Reinigungsleistung der eingesetzten Kohlefilter ist sogar besser als erwartet.

„Wir haben bis jetzt annähernd vier Kilogramm Clopyralid aus dem Grundwasser entfernt“, sagt Sanierungs-Experte Werner Wruss. Mittlerweile sind drei mit Spezialkohle beschickte Riesenfilter in Betrieb und haben seit der Inbetriebnahme vor Weihnachten die unfassbare Menge an 130.000 m³ Grundwasser auf Trinkwasser-Qualität gereinigt. Demnächst wird die Reinigungskette um eine vierte Filteranlage erweitert. Dadurch kann die monatliche Reinigungsleistung von 2,5 auf 3 Kilogramm Clopyralid gesteigert werden.

Die erste Zwischenbilanz gibt jedenfalls laut dem Experten Anlass zur Hoffnung. Von den 84 Gramm Clopyralid, die man täglich aus dem Untergrund holt, landen nur vier Gramm täglich in der Donau. Laut Wruss handelt es sich dabei nach wie vor um eine „temporäre“ Maßnahme, um die Verseuchungsfahne beim Kraftwerk Korneuburg zu kappen.

Parallel zur herkömmlichen Filtersanierung wird auch noch an Alternativmethoden gearbeitet. Stichwort: Mikroorganismen. „Eine Sanierung mit Bodenbakterien wird angedacht und ist möglich“, sagt Ludwid Lutz, von der obersten Wasserrechtsbehörde des Landes. Deshalb wurde das IFA Tulln (Uni für Bodenkultur) zur Mitarbeit eingebunden. Die Experten sollen in einem Forschungsprojekt klären, ob und in welchem Umfang Pestizide mit Bakterien abgebaut werden können.

Auswirkungen

Bei den Laborversuchen muss unter anderem abgeklärt werden, welche Zerfallsprodukte dabei entstehen. „Man muss sicherstellen, dass die Metaboliten nicht schlechtere Auswirkungen haben als das Clopyralid selbst“, sagt Lutz. In sechs Monaten soll eine Expertise auf dem Tisch liegen.

Die AGES (Agentur für Ernährungssicherheit) wartet auf neue EU-Richtlinien zur Bewertung von pestizidverseuchtem Wasser. Laut AGES-Sprecherin Ingrid Kiefer wird es gegen Jahresende eine völlig neue Bewertung zur Gesundheitsgefährdung geben. Vom Konsum des verseuchten Grundwassers werde weiter abgeraten.

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