Groteske um Schaukasten

© Stefan Straka

Groteske um Schaukasten
08/03/2012

Groteske um Schaukasten

Weil der Pächterverein einen Aushang,indem Videofilme von der diesjährigenGeneralversammlung angeboten wurden, nicht entfernte, griff der Bürgermeister ein.Das sorgte für eine grobe Verstimmung,die aber jetzt wieder gelöst scheint.

von Stefan Straka

Nicht nur mit dem Stift liegt der Pächterverein im Clinch. Auch mit der Gemeinde kam es nun zu einer höchst delikaten Angelegenheit, nachdem Bürgermeister Andreas Arbesser den Schaukasten öffnen und ein Schriftstück entfernen ließ.

Eigentlich wollte Pächtervereins-Obfrau Elisabeth Weidenthaler vor wenigen Tagen in dem Schaukasten im Torbogen beim Gemeindeamt das druckfrische OGH-Urteil vom Pachtvertrags-Streit mit dem Stift Klosterneuburg aushängen. Da fiel ihr auf, dass ein Schriftstück fehlte. Darauf befand sich die Ankündigung für die Video-CDs von der diesjährigen Generalversammlung im Frühjahr. „Das war als Service für all jene gedacht, die nicht an der Generalversammlung teilnehmen konnten, sich aber dennoch aus erster Hand informieren wollten“, sagt Weidenthaler.

Schon vor Wochen hatte der Bürgermeister die Pächtervereins-Obfrau darauf hingewiesen, dass der Aushang zu entfernen sei. Als Grund gab man an, dass im großen Sitzungssaal keine Film- und Tonaufzeichnungen gemacht werden dürften. „Das war aber eine Privatveranstaltung und alle anderen waren unsere Gäste“, versteht Weidenthaler die Welt nicht mehr. Sie entfernte das Schriftstück jedenfalls nicht. Stattdessen wurde es nun entfernt.

Aus rechtlichen Gründen – wie Arbesser im KURIER-Gespräch erläutert. „Das Kernthema war, dass bei der Veranstaltung gefilmt wurde und man hat die Leute nicht vorher darüber informiert“, sagt Arbesser. Nachsatz: „Ich hätte es auch gerne gewusst, wenn aufgezeichnet wird.“

Zensur

Im Vorstand des Pächtervereines liegen nach dem Eingriff in den Schaukasten die Nerven blank. Man spricht von Zensur und vom Eingriff in ein bestehendes Mietrecht. „Wir bezahlen wie alle anderen Vereine auch Geld dafür“, sagt Weidenthaler.

Donnerstagabend traf man sich mit Bürgermeister und Gemeindevertretern von Rot und Grün, um den Vorfall auszureden. „Von unserer Seite ist alles planiert“, sagte Weidenthaler. Arbesser ist nur in Sorge, dass jemand einen Keil zwischen Gemeinde und dem überparteilichen Pächterverein treiben könnte.

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