Chronik | Niederösterreich
22.12.2018

Groß-Enzersdorf: Bus 26A riss Zapfsäule einer Tankstelle aus

Der Bus hatte sich selbstständig in Bewegung gesetzt und war immer schneller geworden. Die Fahrt endete an der Café-Fassade

In Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) hat am Samstag in den frühen Morgenstunden ein Linien-Autobus an einer Tankstelle eine Zapfsäule umgerissen. Das Fahrzeug hatte sich laut Polizei zuvor selbstständig in Bewegung gesetzt. Feuerwehrangaben zufolge war es ohne Zutun des Lenkers immer schneller geworden. Die Fahrt endete an einer Kaffeehaus-Fassade. Der Chauffeur wurde verletzt.

Laut Bericht der Landespolizeidirektion Niederösterreich hatte der 56-Jährige Wiener am Steuer den unbesetzten Linienbus gegen 1.45 Uhr kurz vor dem Ortsgebiet von Groß-Enzersdorf angehalten. Weil sich der „26A“ jedoch in Bewegung setzte, lenkte der Chauffeur das tonnenschwere Fahrzeug auf das Areal einer Tankstelle.

Durch Kreisverkehr

Die Freiwillige Feuerwehr Groß-Enzersdorf teilte mit, der Autobus sei nach dem Starten immer schneller geworden.

Der Chauffeur habe das Lenkrad nach links gerissen, gegen die Fahrtrichtung einen Kreisverkehr durchfahren und sei über das Bankett auf das Areal einer JET-Tankstelle geraten. Beim Überfahren der Grünfläche habe der Linienbus einen etwa 200 Kilo schweren Begrenzungsfelsen über 60 Meter weit in Richtung Kaffeehausterrasse katapultiert. „In weiterer Folge touchierte er eine der Kombinationszapfsäulen und riss diese um. Glücklicherweise haben alle Sicherheitssysteme gegriffen und es ist kein Tropfen Treibstoff ausgeflossen“, berichtete die Feuerwehr.

Letztlich sei das Fahrzeug der Wiener Linien in die Fassade einer Aida-Filiale gekracht. Der verletzte 56-Jährige wurde ins Wiener Donauspital transportiert. Der Autobus wurde stark beschädigt.

Die Unfallursache ist vorerst unklar, betonten die Wiener Linien. Kolportierte Meldungen, es habe sich um ein technisches Gebrechen gehandelt, seien derzeit reine Spekulation. „Wir wissen nicht, was passiert ist“, sagte Wiener Linien-Sprecherin Barbara Jandl. Man sei auf alle Fälle froh, „dass nicht mehr passiert ist“.

 

Der 56-Jährige Buslenker wurde allerdings schwerer als ursprünglich befürchtet verletzt und muss in einem Wiener Spital stationär behandelt werden. Er konnte vorerst nicht zum Unfallhergang befragt werden.

Eine Gefährdung anderer Personen oder der Umwelt habe nicht bestanden, teilte die Polizei mit.

Alkolenker raste davon

Die Feuerwehr hatte noch ein „Detail am Rande“ parat: Während der Bergearbeiten sei ein alkoholisierter Autolenker mit Wiener Kennzeichen und überhöhter Geschwindigkeit durch das Blaulichtmeer hindurch zu einer Zapfsäule gefahren. Als ihn die Beamten zur Rede stellen wollten, sei er davongerast. Der Mann wurde jedoch schon wenig später angehalten und mussten den Führerschein abgeben