Chronik | Niederösterreich
08.06.2018

Gewichte stemmen statt Skischwünge

Behinderten-Skisportler Martin Würz betreibt nun ein Fitnessstudio in seinem Heimatort.

Der 24-jährige Behindertenskisportler Martin Würz legte diese Woche einen Grundstein für seine sportliche Zukunft. In seinem Heimtort Maissau, Bezirk Hollabrunn, eröffnete der Sportler ein eigenes Fitnessstudio.

Ein Tausch von Ski zu Hanteln? „Nein, denn ich werde meine Skikarriere weiter fortsetzen. Ich betreibe das Studio nebenbei, weil ich einfach schon jetzt etwas für die Zeit nach der Karriere aufbauen will“, erklärt Würz. Neben dem Skisport und dem Fitnessstudio ist der Maissauer aber weiterhin beim Zoll angestellt. „Selbst wenn das Studio noch so gut laufen würde. Es ist viel zu klein, als dass man davon leben könnte.“

Ein Hauptgrund für den Aufbau der neuen Trainingsmöglichkeit ist das Fehlen einer Alternative in der näheren Umgebung von Maissau. „Die nächsten Möglichkeiten haben die Leute in Horn oder Hollabrunn. Das sind dann aber rund 45 Minuten Fahrzeit hin und zurück. Viele wollen das nicht auf sich nehmen und trainieren dann nur halbherzig oder manche auch gar nicht.“

Das Interesse am neuen Fitnessstudio in der Amethyst-Stadt ist groß, wie Würz selbst bestätigt. Der 24-Jährige hat bereits einige Trainerkurse absolviert und wird den Sportbegeisterten auch selbst als Trainer zur Verfügung stehen.

„Wir werden immer wieder kostenlose Gruppenworkshops für bis zu sieben Leute machen, wo ich die Geräte und Trainingsmethoden erkläre. Aber wer möchte, kann natürlich auch eine Privatstunde mit mir buchen“, erklärt der Sportler.

WM mit Fragezeichen

Trotz der Eröffnung liegt der sportliche Fokus für Würz auf der kommenden Skisaison. Neben den Weltcup-Rennen ist da vor allem die Weltmeisterschaft ein großer Programmpunkt. Auch wenn noch nicht klar ist, wo sie im Winter 2019 stattfinden wird. „Eigentlich wäre sie im schweizerischen Obersaxen über die Bühne gegangen. Aber die Kosten dürften zu hoch gewesen sein, weswegen man die WM abgesagt hat.“ Laut Verband soll es aber zu 90 Prozent an einem anderen Ort eine Weltmeisterschaft geben.www.martinwuerz.at