Ein Mäusebussard auf einem abgestorbenen Baum unweit vom brandenburgischen Briesen (Oder-Spree), aufgenommen am 05.10.2009. Der Mäusebussard (Buteo buteo) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen und der häufigste Vertreter der Familie in Mitteleuropa. Sein Gefieder ist sehr unterschiedlich von dunkelbraun bis fast weiß. Er kann oft bei seinen kreisenden Segelflügen oder bei der Ansitzjagd beobachtet werden. Sein Lebensraum sind offene Landschaften wie Felder oder Wiesen. Foto: Patrick Pleul dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Tiere
07/11/2013

Geschützte Greifvögel in Niederösterreich vergiftet

In zwei Bezirken wurden vergiftete Greifvögel gefunden. Jäger als Täter vermutet.

Die Serie von Giftanschlägen auf geschützte Greifvögel in NÖ hat einen neuen Höhepunkt erreicht. In Höflein (Bezirk Bruck/Leitha) wurde eine tote Rohrweihe und ein toter Mäusebussard neben zwei mit dem Nervengift Carbofuran präparierten Stockenten gefunden. Auch in Scharndorf und in Zistersdorf (Bezirk Gänserndorf) wurden Vögel vergiftet, unter ihnen ein streng geschützter Kaiseradler.

Nun gibt es Hinweise, dass die Täter aus der Jägerschaft stammen könnten. Denn: Die präparierten Stockenten waren zuvor mit Schrot erlegt worden. „Ich als Jäger fühle mich angepatzt“, ärgert sich Peter Lebersorger, Chef des nö. Landesjagdverbandes. Es sei eine unerträgliche Situation. Gemeinsam mit dem WWF, Birdlife und den Behörden soll Anfang September ein Maßnahmenpaket geschnürt werden, um die Täter dingfest zu machen.

Kein Kavaliersdelikt

Laut dem WWF-Experten Christian Pichler seien im Weinviertel mittlerweile drei Kaiser- sowie drei Seeadler vergiftet oder geschossen worden. Im niederösterreichisch-burgenländischem Grenzgebiet seien es 15 Rohrweihen und Bussarde gewesen. „Leider wird das oft als Kavaliersdelikt betrachtet“, sagt Pichler. Oft sei bei den Jägern eine Art „Konkurrenzdenken“ der Grund für das Auslegen von Giftködern, wenn etwa die Greifvögel Feldhasen erlegen. Der Experte fordert nun die Jagdbehörden auf, wirksame Durchgriffsmöglichkeiten zu schaffen. Immerhin würde auch der Allgemeinheit ein Schaden entstehen. „Allein das Seeadler-Projekt wird vom Land NÖ jährlich mit 10.000 Euro gefördert“, erklärt Pichler.

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