Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Gekränkter Ex schwärzte Mutter seines Kindes an

Prozess - 25-Jährige soll ihren Sohn mehrfach geschlagen haben: Freispruch

Es sind schwere Vorwürfe, die der Mann gegen seine ehemalige Lebensgefährtin erhebt: Die 25-Jährige soll den gemeinsamen Sohn mehrmals auf den Kopf geschlagen haben. Und bei der Trennung räumte sie angeblich die Bude in Langenzersdorf aus - Dokumente inklusive. Doch vor Gericht stellt sich die Sache ganz anders dar: "Ihr Lebensgefährte hat offensichtlich den Spieß umgedreht und die Geschichte erfunden", sagt Richterin Karin Santa am Landesgericht Korneuburg.

Der Mann hat psychische Probleme. Als sich die Lebensgefährtin von ihm trennte, versuchte er sie mit allen Mitteln zurück zu erobern. Auch mit Drohungen, dass er sich umbringen würde. "Er hat mir angekündigt, dass er mir das Leben zur Hölle macht", erklärt die Frau. Dass sie ihr kleines Kind geschlagen haben soll, das bestätigt nur eine Nachbarin. Aber auch die rudert im Prozess zurück.

Bleibt nur noch der Vorwurf, die Frau habe eine Tür aufgebrochen und Wertsachen mitgenommen. Und das gibt sie auch zu. Ein Nachbar hat ihr dabei geholfen. "Er hat ja alle Sachen des Kindes gehabt. Wir hatten ja nichts mehr. Unterlagen und Papiere fehlen noch immer", erklärt die 25-Jährige. "Wir werden Zeugen eines traurigen Beziehungsstreits", meint der Anwalt der Angeklagten. Das sehen auch die Schöffen so. "Es gibt nicht die geringsten Hinweise auf Vernachlässigung. Die Vorwürfe sind lächerlich", meint Richterin Santa. Und auch das Vorleben des Mannes deutet in die Richtung - er hatte schon einmal eine Ex bedroht und genötigt.

Urteil: Freispruch; nicht rechtskräftig.