Bäckermeister Stefan Winter in seinem Verkaufsraum: Auch er will beliebtester
Nahversorger Niederösterreichs werden.

© /Maria Haiderer

Böheimkirchen
11/04/2014

Fünfte Generation führt Handwerk fort

Qualität und Regionalität stehen bei der Produktion an oberster Stelle.

Ob Kletzenbrot, Semmel-Krampus oder Kürbiskopf – all diese saisonalen Schmankerln werden in der Bäckerei Winter in Böheimkirchen hergestellt. "Nicht nur der Verkauf sondern auch die Produktion erfolgt im Haus", betont Bäckermeister Stefan Winter. "Wir sind keine Abpackstation." Die traditionelle Bäckerei, in der "das Handwerk noch geschätzt wird", besteht seit dem Jahr 1856 und wird nun schon in der fünften Generation im Familienbetrieb geführt. Derzeit sind acht Mitarbeiter beschäftigt.

Jeden Tag fährt man auch "ins Gai", um die Bewohner der umliegenden Gemeinden mit frischem Gebäck zu versorgen.

Nicht nur die freundliche Bedienung und das "Dorftratscherl" locken Kunden an, sondern auch die besonderen Angebote: So erhält man hier biologischen Fair-Trade-Kaffee. "Und jeden Freitag kommt das Biokisterl", schmunzelt Winter: Ein Biohof aus der Region bietet dann frisches Obst und Gemüse im Geschäft an. Regional ist auch das Mehl, das Winter für seine Wecken bezieht: Es stammt aus der nur zwei Kilometer entfernten Mühle.

Die Bäckerei ist der einzige noch bestehende örtliche Nahversorger: "Es wird immer schwieriger", sagt der Inhaber. Sein Rezept: "Auf Qualität schauen, Nischen suchen und auf Kundenwünsche eingehen." So produziert er weizenfreie Weckerl für Allergiker. Aufbackware will er auch künftig keine herstellen: "Man weiß nie, wie alt der Teigling wirklich ist", erklärt er.

Trafik mit hohem Wohlfühlfaktor

Am 31. Oktober war es genau drei Jahre her, dass Ferdinand Gleissner und seine Frau Sylvia die kleine Trafik in der Wiener Neustädter Fischauergasse übernommen haben. "Und wir haben es noch keinen Tag bereut", erklärt der ehemalige Flughafen-Mitarbeiter.

Nach schwierigen Monaten zu Beginn planen die beiden jetzt sogar einen Ausbau, um mehr Platz für Nebenangebote wie Glückwunschkarten zu haben. Ab März will man rund 100.000 Euro in einen größeren Verkaufsraum investieren. "Für die Kundschaft sind wir aber trotzdem da. Wir werden während der Bauarbeiten einen Container aufstellen, in dem wir verkaufen", erklärt Gleissner. Service und Kundennähe stehen für ihn, seine Frau und die beiden Mitarbeiter an erster Stelle. "Es kommt schon vor, dass wir Kunden auch etwas vom Einkaufen mitnehmen. Es gibt hier in der Siedlung ja einige ältere Menschen, die teilweise gar kein Auto mehr haben", sagt Gleissner.

Bei einem so hohen Wohlfühlfaktor kann es auch vorkommen, dass der eine oder andere weniger wegen Zigaretten oder Zeitungen kommt, sondern auf einen Plausch vorbeischaut. "Meine Frau kennt die Geschichten alle", lacht Gleissner, "bis hin zu den Verwandtschaftsverhältnissen der Kundschaft."

Kontinuität statt Preiskampf

Vor mehr als 60 Jahren hat alles mit einem wenige Tausend Liter fassenden Tank begonnen. Mittlerweile gehört die Tankstelle Peterschelka zum unverzichtbaren Inventar der Gemeinde.

Mit der Betriebsübernahme durch Tochter Renate Brandhuber-Peterschelka wurde das Geschäft Stück für Stück zu einem echten Nahversorger erweitert. Zuerst führte sie den separaten Standort für Tischkultur, wie Geschirr, Besteck und Küchenutensilien, mit der Tankstelle zusammen. Gleichzeitig wurde das Sortiment für Autozubehör umfangreicher. Seit Neuestem ist auch ein Paketdienst in der Tankstelle beheimatet. "Wir unternehmen alles, damit wir die Kunden anlocken", sagt Peterschelka.

Die Vielfalt hat jedoch auch noch einen anderen Grund. "Die verschiedenen Geschäftsbereiche stützten sich gegenseitig." Vor allem die Billigkonkurrenz in der Umgebung setzt die Familientankstelle immer mehr unter Druck.

Die Kunden schätzen jedoch den persönlichen Service, wie Tanken, und einen kontinuierlichen Preis. "Wir wollen keine Preis-Hochschaubahn." Besonders ältere Personen schätzen die Bedienung. Den Beruf verfolgt Brandhuber mit Leidenschaft: "Wenn man damit aufgewachsen ist, macht man das gerne."

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