Freundin erschlagen: Erntehelfer vor Gericht

Ein hölzernes Rednerpult mit Mikrofonen und einem Stuhl im Hintergrund.
Der Pole wird beschuldigt, eine Landsfrau getötet und ihre Leiche in der Donau versenkt zu haben.

Wegen Mordes steht am Mittwoch ein polnischer Erntehelfer in St. Pölten vor Gericht. Er soll im Oktober 2012 in seiner Unterkunft in Langenlebarn (Bezirk Tulln) eine Landsfrau erschlagen haben. Ihre Leiche wurde von einem Fischer in einem Donau-Altarm entdeckt. Drei Tage später wurde die 37-Jährige identifiziert und ihr Freund festgenommen. Der damals 36-Jährige zeigte sich geständig und nannte nicht erwiderte Zuneigung als Motiv. Die Schwurgerichtsverhandlung ist für einen Tag angesetzt.

Am 8. Oktober war in einem stehenden Gewässer in der Au im Bezirk Tulln eine in ein blaues Spannleintuch gehüllte und mit Klebeband verschnürte Leiche gefunden worden. Die zunächst unbekannte, nur mit einem Pyjama-Oberteil bekleidete Tote wies Verletzungen an der linken Schädelseite auf, die Obduktion ergab stumpfe Gewalteinwirkung als Todesursache.

Hinweis

Im Zuge der Ermittlungen zur Identität des Opfers meldete sich eine Vermieterin mit dem Hinweis, dass sie die Frau seit Tagen nicht gesehen habe. Die Kriminalisten gingen der Sache nach und trafen den Erntehelfer an seinem Arbeitsplatz im Bezirk Korneuburg an. Er gab zunächst an, dass seine Freundin in die Heimat gereist sei, habe in der Folge aber eingestanden, sie am 7. Oktober in den frühen Morgenstunden getötet zu haben.

Streit

Der Pole war seit sechseinhalb Jahren in dem Erntebetrieb beschäftigt gewesen. Die Frau, die keiner Arbeit nachging, hatte nach Angaben des Landeskriminalamts zwei, drei Monate bei ihm gewohnt, eine Beziehung allerdings abgelehnt. Als sie ihn am Abend des 6. Oktober erneut abwies, sei es darüber zu einem Streit gekommen, der sich dann Stunden später kurz fortgesetzt haben soll. Schließlich habe der Verdächtige der neben ihm im Bett liegenden Frau mit einem Hammer mehrere Schläge gegen die rechte Schädelseite versetzt.

Nach der Tat ging der Verdächtige arbeiten, nach seiner Heimkehr am Abend schnürte er die Tote in ein Leintuch, schaffte sie außer Haus und warf sie anschließend in die sogenannte Straßenlacke bei Muckendorf-Wipfing. In der Folge räumte er auch die Sachen seiner Freundin aus dem angemieteten Zimmer, so die Polizei. Ihre Kleidung deponierte er in einem Container an seinem Arbeitsplatz, sie wurde ebenso sichergestellt wie die Tatwaffe.

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