Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Alfred Obrist

© Stefan Straka

Groß-Enzersdorf
02/24/2013

Fluglärm: Bürgerinitiative kämpft weiter um Verbesserungen

Bei der diesjährigen Bezirkskonferenz am Mittwoch geht es um gekurvte Anflüge, neue Lärmmessungen und Klarheit über Nachtflug-Regeln.

von Stefan Straka

Schlechtes Wetter und Nebel bringen Tiefflieger und Fluglärm mit sich. Den vergangenen November haben die Bewohner von Groß-Enzersdorf und den Katastralgemeinden Probstdorf und Schönau schlecht in Erinnerung. Die Anzahl der Starts und Landungen von Flugzeugen vom Airport auf der anderen Seite der Donau hatten ein gehöriges Ausmaß angenommen. Alfred Obrist, Kopf der Bürgerinitiative „Lärmschutz Großgemeinde Groß-Enzersdorf“ weiß um die Problematik Bescheid. Es liegt an der Piste 14/36, die mit Schlechtwetter-Anfluginstrumentierung ausgerüstet ist. „Da werden an solchen Tagen alle Flüge herunter geholt“, sagt Obrist.

Mit Hochspannung fiebert der Fluglärm-Gegner der diesjährigen Bezirkskonferenz zum Thema Fluglärm entgegen. Da diskutieren Gemeinden und Bürgerinitiativen-Vertreter mit Flughafen-Experten und Austro Control über Vorschläge und Verbesserungen. Und die hat Obrist reichlich im Gepäck.

Klarheit möchte Obrist etwa über die Nachtflug-Beschränkung, die seiner Meinung nach eine reine Augenauswischerei ist. Die Flugbewegungen sind zwar mit 4700 Flugbewegungen jährlich gedeckelt. „Es ist über das Jahr gesehen nur ein Durchschnitt. Von 23. auf den 24. Dezember hatten wir 23 Flugbewegungen in einer Nacht“, sagt Obrist. „Es ist in der Praxis nich t so, wie es gerne dargestellt wird.“

Kaum Transparenz

Ein weiterer Kritikpunkt der Bürgerinitiative (mit 800 Mitgliedern übrigens die größte in Niederösterreich) betrifft die Auskunftspflicht. „Wenn wir eine Anfrage stellen, dann vergehen Monate, bis wir eine Antwort bekommen“, sagt Obrist. Das wurde auch bereits der Volksanwaltschaft mitgeteilt. „Tendenziell wird zwar von Transparenz geredet. Aber die Einsehbarkeit wird immer schlechter“, sagt Obrist.

Unzufriedenheit gibt es auch über die Lärmmessungen. „Die sind wissentlich und falsch angesetzt gewesen“, sagt Obrist. Deshalb fordere man nun neue Messungen. Die Gemeinde, die vom Flughafen mehr als 120.000 Euro zugewiesen bekommen hat, signalisierte bereits Bereitschaft zur Finanzierung. Außerdem soll über gekurvte Anflüge verhandelt werden. Davon erwartet man sich ebenfalls weniger Schall am Boden.

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