Chronik | Niederösterreich
11.07.2018

Firmen zieht es nach NÖ: Wirtschaftsparks werden ausgebaut

Neue Offensivstrategie soll Firmenansiedlungen auch in Zukunft attraktiv machen. NÖ weiterhin für Wiener Unternehmen interessant.

13 Unternehmen siedelten sich im ersten Halbjahr 2018 in den ecoplus-Wirtschaftsparks neu an, weitere 49 bauten aus. Damit wurden 543 Arbeitsplätze neu geschaffen, 41 gesichert. „Dem Wirtschaftsstandort Niederösterreich geht es richtig gut“, erklärte Landesrätin Petra Bohuslav gemeinsam mit ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki bei einer Zwischenbilanz. Konkret weise NÖ ein Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent auf – österreichweit seien es nur 2,8 Prozent. Bei der Kaufkraft sei das Bundesland Nummer Eins, das Exportvolumen liege bei 20 Milliarden Euro, wobei eine Milliarde 11.000 Arbeitsplätze schaffe.

Insgesamt gibt es 17 Wirtschaftsparks mit 973 Firmen und 21.400 Mitarbeitern im Bundesland. In den vergangenen fünf Jahren sind laut Bohuslav rund 73 Millionen Euro in Infrastrukturmaßnahmen investiert worden, allein heuer seien es 16 Millionen Euro. 500 Unternehmen hätten sich in dieser Zeit angesiedelt oder ihre Betriebe erweitert. Dadurch seien 7740 Arbeitsplätze entstanden und rund 900 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst worden.

Da einige Wirtschaftsparks jedoch bald an ihre Auslastungsgrenzen stoßen, setzt das Land auf eine neue Offensivstrategie. Die bestehenden Parks wurden analysiert, um Potenzial für Qualitätssteigerungen – etwa durch die Errichtung von Mehrmieterobjekten – oder durch bessere Flächennutzung zu erheben. So wird etwa im IZ NÖ Süd ein neues Parkhaus mit 300 Stellplätzen gebaut, um Stellflächen bei den einzelnen Firmen zu verringern. Auch Standorte für neue Wirtschaftsparks werden geprüft. "Was uns aber bewusst sein muss, ist, dass das ein jahrzehntelanger Prozess ist", sagt Bohuslav. Geplant ist auch, bestehende Wirtschaftsparks weiter zu entwickeln. Zudem wird der ecoplus-Fokus auf Betriebsgebiete von Gemeinden oder über Gemeindegrenzen hinweg gelegt.

Wirtschaftsträchtige Regionen der nächsten Jahre seien jedenfalls die Airportregion, der Gewerbepark Bruck/ Leitha aber auch der Standort in St. Pölten, betont die Landesrätin.

Firmenumzüge

Nach wie vor sei das Interesse Wiener Unternehmen groß, nach NÖ zu siedeln, sagt Bohuslav. Hintergrund seien das gute Preis-Leistungsverhältnis bei den Grundstücken, eine gute Verkehrsinfrastruktur sowie das Service der Wirtschaftsagentur ecoplus. So gibt es mittlerweile sogar eine eigene Datenbank, in der sich ansiedlungswillige Firmen über Standort informieren können, berichtet Miernicki. "Das ist ein Tool, das uns die Wiener nun nachmachen wollen."

Allein in den ersten sechs Monaten verlegten vier Unternehmen ihren Standort oder Teile des Betriebs nach NÖ. Zuletzt wurde etwa bekannt, dass "Neni am Tisch" künftig in Gumpoldskichen produzieren wird. Fensterunternehmen Hrachowina wiederum verlegte die Produktion nach Wiener Neustadt.