Chronik | Niederösterreich | Feuerwehr
25.05.2018

FF Pöchlarn: Vom Stangeln und Rudern

Matthias Auer zählt zu den erfolgreichsten Zillenfahrern Österreichs. Zurzeit trainiert er für die Landesbewerbe.

Die Feuerwehren entlang von Flüssen sind seit jeher stark verwurzelt mit dem Dienst auf dem Wasser. Wegen häufiger Überschwemmungen entwickelte sich das Zillenfahren, vor allem in Wehren an der Donau, zu einer Paradedisziplin. Der Pöchlarner Matthias Auer bewegt sich in dieser Sportart seit 18 Jahren im Spitzenfeld der Leistungsbewerbe.

Beim Fahren mit der Holzzille spricht man vom Stangeln und vom Rudern: „Gegen den Strom wird am Ufer entlang mit der Schubstange gestangelt. Nach einer Wende wird dann mit der Strömung gerudert“, erklärt Matthias Auer. Bei Bewerben fährt man auf Zeit und muss auf den Strecken Hindernisse, wie etwa Bojen, ausweichen oder Treibhölzer einsammeln. Die Ein-Mann-Route ist 600 Meter, die Strecke für die Zweier-Zille genau doppelt so lang.

„Volle Power“

Für den Zweier-Bewerb brauchen Matthias Auer und sein jeweiliger Partner maximal acht Minuten. „In dieser Zeit bist du voll am Drücker. Da gibt es kein Ausrasten. Vom Start bis Ziel musst du volle Power geben“, beschreibt der Feuerwehrmann die körperliche Anstrengung. Zillenfahren ist ein Kraft- und Ausdauersport. Dreimal pro Woche trainiert Auer jeweils zwei Stunden am Wasser, dazu kommen Rad fahren und laufen. Die harte Arbeit macht sich bezahlt, regelmäßig holt er den Bezirks- und Landestitel – wie oft das schon der Fall war, wisse er gar nicht mehr genau.

Über die Feuerwehrbewerbe hinaus nimmt Auer auch bei den Rennen des österreichischen Zillensportverbandes teil. Im Einer liegt er in der bundesweiten Meisterschaft unter den Top 10, mit seinem Partner Franz Kranawetter ist er im Zweier fünfmaliger Staatsmeister. Das Duo zählt österreichweit zu den achtbesten.

Das nächste Ziel des Wassersportlers ist der Feuerwehr Landesbewerb Ende August: „Das ist das prestigeträchtigste Rennen im Jahr. Dort sind 1800 Zillen am Start. Da sind wir gerade mitten in den Vorbereitungen.“