Siegfried König tritt mit Namensliste an, Karl Simlinger wartet ab

© KURIER/Gilbert Weisbier

Gföhl
11/04/2014

Ex-Bürgermeister bleibt ein Machtfaktor

Karl Simlinger lässt sich von ÖVP bitten, schließt aber eine eigene Liste nicht aus.

Er ist wieder im Spiel. Ist er das wirklich? Knapp ein Jahr nach seinem vermeintlichen Sager ("Mir gehen die Scheiß-Asylanten sowieso am Oarsch", Anm.) könnte der ehemalige ÖVP-Bürgermeister der Stadt Gföhl, Bezirk Krems, wieder ein entscheidender Faktor in der Gemeinde sein. Den Ausspruch hat Karl Simlinger nie zugegeben, doch musste er zurücktreten. Er selbst hat nach eigenen Angaben in der Stadtpolitik seither kaum mehr etwas zu sagen. Eine wichtige Stimme ist Simlinger aber als Landwirtschaftskammer-Funktionär in der stark bäuerlich geprägten Gemeinde trotzdem. Zumindest indirekt stellt er die Stadt-ÖVP vor die Wahl, mit ihm oder gegen ihn anzutreten.

Zur Vorgeschichte: Bei der Gemeinderatswahl 2010 erreichte die ÖVP unter Simlinger elf Mandate. Eines zu wenig, um alleine entscheiden zu können. Simlinger gewann den einzigen FPÖ-Mandatar Siegfried König als Partner. Der sicherte der ÖVP die Mehrheit – und wurde dafür zum Stadtrat gekürt. Zwischen Simlinger und König entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit.

Da König die FPÖ verlassen hat, als sie ein Ausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet hatte, sitzt der Stadtrat derzeit als "wilder" Mandatar im Gemeinderat. Er hat sich bereits entschlossen, mit einer Namensliste anzutreten. Und lädt Simlinger ein, sich ihm anzuschließen.

Abwarten

Der Ex-Bürgermeister, von dem es gerüchtehalber heißt, er werde selber mit einer Namensliste antreten, lässt alles offen. Simlinger meint nur, er wolle sich "erst anschauen, was die ÖVP macht". Er sei ja nicht mehr in den Gremien, andere müssten entscheiden, ob sie ihn zur Mitarbeit einladen. Eines schließt Simlinger aber aus: Mit der ÖVP zusammenzuarbeiten, wenn sie auch nur einen der – eigentlich ÖVP-nahen – Mandatare der Bürgerliste WFG zurück holt: "Mit Verrätern will ich nichts zu tun haben."

Einige Unternehmer hatten sich aus Unzufriedenheit über die Wirtschaftspolitik des Landwirtes Simlinger zur WFG zusammen geschlossen und 2010 auf Anhieb drei Mandate geschafft. Offen ist, wie es mit der WGF weiter geht. Ihr Chef Johannes Pernerstorfer sagt, dass vieles von Gesprächen mit der ÖVP abhänge, die im Laufe dieser Woche geführt würden.

Bei der SPÖ – mit acht Mandaten zweitstärkste Fraktion – wird der derzeitige Vizebürgermeister und ehemalige Landesgeschäftsführer Günter Steindl erneut Spitzenkandidat sein. "Die Ortspartei hat das beschlossen", sagt er. So schlecht die Intimfeinde Steindl und Simlinger miteinander konnten, so gut läuft es, seit Simlingers ehemalige Stellvertreterin und nunmehrige Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger – sie ist als ÖVP-Spitzenkandidatin fixiert – mit ihrem roten Vize Steindl verhandelt. Beide bescheinigen einander gute Zusammenarbeit.Die FPÖ hat die mit Erich Starkl einen neuen Stadtparteiobmann. "Wir haben sicher genug Leute für unsere Liste", betont FPÖ-Nationalrat Walter Rosenkranz, der nicht nur Landes- sondern in Krems auch Bezirksparteichef ist.

– Gilbert Weisbier.INTERNETkurier.at/gemeindewahl

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.