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Chronik Niederösterreich
10/01/2021

Erneute Forderung von Unterrichtsfach "Berufsorientierung“

Markus Wieser, Arbeiterkammer-Präsident in NÖ, will wegen fehlender Lehrlinge ein Umdenken im Schulbetrieb.

von Martin Gebhart

„Es ist nicht zu verstehen, dass das so schwierig ist.“ Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer NÖ, wird schön langsam ungeduldig, wenn es darum geht, dass der Bereich „Berufsorientierung“ im Lehrplan fix verankert wird. Ein Brief an Bildungsminister Heinz Faßmann blieb unbeantwortet. Jetzt hofft er, dass es zumindest in NÖ umgesetzt wird.

Seit Jahren ist die „Berufsorientierung“ ein Thema, das Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer in Niederösterreich gemeinsam verfolgen. Gelungen ist bis jetzt, dass dieses Thema auf der Pädagogischen Hochschule in Baden angeboten wird. Genutzt wird das mittlerweile von Lehrkräften aus ganz Österreich. Wieser: „Motivierte Direktoren und Pädagogen haben hier die Möglichkeit, sich in diesem Bereich ausbilden zu lassen.“

Ob sie dieses Wissen auch in den Schulalltag einbringen, hängt davon ab, wie engagiert sie sind. Wieser: „Dabei wäre es wichtig, weil die jungen Leute Grundlagen brauchen.“ Es geht ihm vor allem um die Lehre, die trotz der Erfolge bei den Wettbewerben Euroskills oder den Werbekampagnen noch immer zu wenig Nachwuchs hat.

Wieser hat sich dazu die Zahlen seit 1980 angeschaut. Zum Vergleich: 1980 gab es in ganz Österreich 194.080 Lehrlinge, im Jahr 2020 waren es nur noch 108.416. Das ist ein Minus von 44,16 Prozent. Im gleichen Zeitraum sind die Zahlen in den Höheren Schulen nach oben geschossen. Bei den Gymnasien von 181.561 Schüler im Jahr 1980 auf 215.956 im Vorjahr. Ein Plus von 18,95 Prozent. In den Berufsbildenden Höheren Schulen war es sogar ein Plus von 88,91 Prozent.

Modell Niederösterreich

Weil es für die Vorstöße im Bildungsministerium wenig Resonanz gibt, will Wieser jetzt ein „Modell Niederösterreich“. Gemeinsam mit Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras sollte es einen Schulversuch im Bundesland geben. Wieser: „Ab jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns Verbündete für dieses Projekt suchen.“

Seinen Vorstellungen zufolge sollte ab der 5. Schulstufe über alle Bildungsbereiche hinweg – Neue Mittelschulen, Gymnasien, Polys – Berufsorientierung unterrichtet werden. Als Teil des Sachkundeunterrichts (Geschichte, Sozialkunde, Politische Bildung), verbunden mit vielen praktischen Beispielen aus dem Alltag. Wieser: „Es geht um soziale Kompetenz und um Alltagskunde. Das muss ein praxisnaher Unterricht sein. Damit sind nicht nur Schnuppertage in den Betrieben gemeint.“

Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer will er bei dem Thema auf jeden Fall dranbleiben, um so wirksam gegen den Fachkräftemangel vorzugehen. An Bildungsminister Faßmann will man deswegen ein Erinnerungsschreiben schicken. Verbunden mit der Hoffnung, dass diesmal eine Antwort kommt.

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