Chronik | Niederösterreich
01.08.2018

Eklat auf Facebook: Angriff gegen Sohn von FPÖ-Mann

Userin postete Meldung zum Tod von kleinem Sohn des Wiener Neustädter Stadtrates Michael Schnedlitz.

Seit Dienstag gehen in den Sozialen Medien die Wogen hoch. Nachdem die FPÖ in Wiener Neustadt ein neues Integrationsprojekt mit Deutschförderkursen für zwei- bis sechsjährige Kinder vorgestellt hat, ist die Debatte darüber auf Facebook eskaliert. Eine Userin hat dabei nicht davor zurück geschrecket, dem kleinen Sohn von FPÖ-Bürgermeister-Stellvertreter Michael Schnedlitz den Tod zu wünschen. Schnedlitz hat nach „reiflicher Überlegung“ den Fall öffentlich gemacht um in der Angelegenheit zu sensibilisieren.

„Mein Sohn ist noch zu klein um diese Sache jetzt mitzubekommen. Ich will mir aber nicht ausdenken, was passiert, wenn er ins Schulalter kommt“, erklärt der FPÖ-Politiker im Gespräch mit dem KURIER.

1000 Kinder

In dem von ihm initiierten Projekt sollen bis zu 1000 Kindergartenkinder mit Migrationshintergrund die Möglichkeit bekommen, vom Land NÖ geförderte Deutschkurse bei einem Sprachinstitut zu besuchen. Die Kindergärten sollen vor allem auf jene Eltern mit sanftem Druck einwirken, deren Kinder Sprachdefizite aufweisen. Nach der Veröffentlichung der Initiative auf Facebook haben sich Hunderte zu dem Projekt geäußert. In einigen Fällen ist die Situation entglitten. Im Zusammenhang mit dem Ertrinken von Kindern im Mittelmeer wurde auch der Angriff auf Schnedlitz’ Sohn gepostet. Nach Rücksprache mit seinem Anwalt hat der Politiker auf eine Anzeige verzichtet. Da die Formulierung als Frage ausgeführt ist, sei sie rein rechtlich nicht als Drohung zu werten.

Was Hasspostings und Drohungen betrifft, habe sich Schnedlitz als FPÖ-Mann bereits ein dickes Fell zugelegt. 2016 bekam der Politiker Morddrohungen. Ein junger Mann brachte ihm sogar eine schwarze Rose in sein Büro ins Rathaus. Der geistig Verwirrte wurde vom Gericht in eine Anstalt eingewiesen.

Patrick Wammerl