Die 17-jährige Selina Rollett ist Niederösterreichs jüngste Kandidatin. Zur Politik brachte sie ihr Vater

© KURIER/Markus Foschum

Jungpolitiker
01/20/2015

Ein Mandat zum 18. Geburtstag

Viele junge Menschen haben sich dafür entschieden, für den Gemeinderat zu kandidieren.

Wie alt muss man sein, um Politik zu machen? Wer für den Gemeinderat kandidieren will, muss nach geltendem Recht das 18. Lebensjahr vollendet haben – und zwar am Wahltag. Bei den jüngsten Kandidaten spielt diese Regelung eine durchaus große Rolle, feiern sie ihren 18. Geburtstag doch unmittelbar vor der Wahl.

Selina Rollett aus Traiskirchen darf sich offiziell landesweit jüngste Kandidatin nennen. Sie wurde am 23. Jänner 1997 geboren, volljährig wird sie erst zwei Tage vor der Gemeinderatswahl. Selina tritt für die ÖVP an, genauso wie ihr Vater, Roland Rollett, der in Traiskirchen Stadtparteiobmann ist.

Im Gespräch mit dem KURIER erzählt die Schülerin, wie sie zur Politik kam: "Mein Papa ist Stadtrat, dadurch bin ich mit der Politik und der Partei in Kontakt gekommen. Ich habe gemerkt, dass es die Partei ist, die meine Meinung vertritt." Im Oktober 2014 habe die 17-Jährige schließlich die JVP Traiskirchen mitgegründet, es folgte die Kandidatur für die Gemeinderatswahl. "Ich sehe eine Lücke in der Vertretung der Jugendlichen, darum trete ich am 25. Jänner an", erklärt sie. Leistbare Angebote für die Jugend seien ihr ein Anliegen, aber auch die in Traiskirchen allgegenwärtige Flüchtlingsproblematik gehe an ihr nicht spurlos vorüber.

Wenige Tage älter als Selina ist Mathias Stummer. Er feierte seinen 18. Geburtstag schon am 3. Jänner und tritt jetzt in Niederfellabrunn im Bezirk Korneuburg an – ebenfalls für die Liste der ÖVP. Auch er kam über seine Eltern zur Politik: "Meine Mutter ist langjähriges Gemeinderatsmitglied, hat sich für diese Wahl aber zurückreihen lassen. Ich bin politisch interessiert und schon seit zwei Jahren in der Akademikergruppe beim Bauernbund aktiv, daher habe ich mich aufstellen lassen." Er wisse zwar, dass ÖVP und SPÖ eine eher ältere Wählerschicht ansprechen, genau das möchte er für die Volkspartei aber ändern: "Ich will den Altersschnitt senken und mich für die Interessen der Jugendlichen einsetzen."

Politikverdrossenheit

So ähnlich die Geschichten von Selina und Mathias sind, in einem Punkt sind sich die beiden Jugendlichen uneinig. Die Frage, ob es denn die viel zitierte Politikverdrossenheit unter Österreichs Jugend ihrer Meinung nach wirklich gebe, verneint der 18-Jährige: "Die Aufregung in den Medien halte ich für übertrieben. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis viele, die sich genauso für Politik interessieren wie ich." Selina kann ihm in dieser Sache nicht ganz zustimmen: "Ich denke schon, dass es so etwas gibt. Viele Leute in meinem Alter interessieren sich nicht für Politik. Aber ich weiß, was Jugendliche gerne machen, ich kann mich in sie hineinversetzen. Ich glaube, dass ich mit meiner Arbeit etwas an dieser Einstellung ändern kann."

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.