Chronik | Niederösterreich
15.06.2018

Durch Kematner Türen zur Weltmeisterschaft

Die Einstiegssysteme des Unternehmens iFE sind in den Metros von drei Austragungsorten im Einsatz.

Tausende Fußballfans werden auf ihrem Weg zum Moskauer Luzhniki-Stadion mit der U-Bahn-Linie Sokolniki fahren. Dabei steigen sie durch österreichische Türen ein und aus. Konstruiert werden sie vom Unternehmen „iFE“, mit Sitz in Kematen an der Ybbs (Bezirk Amstetten), das Türsysteme an die weltweit größten Metros liefert.

Der Auftrag für die russische Hauptstadt läuft seit acht Jahren. Seitdem gingen 14.000 U-Bahn-Türen in Moskau in Betrieb. iFE liefert auch an die Metros der WM-Austragungsorte St. Petersburg und Nischni Nowgorod.

Hans Gold, der Bereichsleiter für Straßenbahnen und Metros, arbeitet mit seinem Team von 60 Konstrukteuren derzeit an der Lieferung für 2019. „In Kematen machen wir die Auftragsabwicklung und die Konstruktion. Gefertigt wird in Brünn. Ein russischer Partner finalisiert den Einbau der Türen in Moskau. Ein Mal im Monat reist ein Mitarbeiter hin und macht den Feinschliff“, erzählt Gold. Bis ein Wagen mit dem Einstiegssystem ausgestattet ist, vergeht zirka ein Jahr. Unter Golds Führung wird auch an neuen Lösungen für den öffentlichen Transport geforscht.

40 Jahre Lebenszeit

Denn die Einstiegssysteme müssen immer höhere Ansprüche erfüllen. Dabei sei es notwendig, die Balance zwischen optisch ansprechendem Design und Funktionalität zu wahren: „Eine Tür ist, mit Wartungen, 40 Jahre im Einsatz. Sie gilt als sicherheitskritischstes Teil in einem Zug. Ein einzelner, kleiner Fehler kann zum fatalsten führen.“ Einstiegssysteme müssen Geschwindigkeiten von bis zu 400 Stundenkilometern standhalten.

Global tätig

Bei Forschung und Entwicklung profitiert man vom großen Konzernverbund. iFE gehört zur deutschen Knorr-Bremse Gruppe, die vergangenes Jahr einen Umsatz von sechs Milliarden Euro erwirtschaftete. Der Konzern stellt Brems-, Steuerungs- und Energieversorgungssysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge her. Weltweit sind so 650.000 iFE-Einstiegssysteme in Betrieb, wie zum Beispiel in den Metros in London, Paris, Schanghai oder São Paulo.

Wie ist das, wenn man weiß, dass Hunderttausende Menschen täglich durch „seine“ Türen gehen? Hans Gold lacht: „Natürlich ist man stolz. Wenn wir im Urlaub sind, sag ich öfters am Tag ‚Da fährt eine iFE-Tür, da fährt schon wieder eine‘. Das ist schon ein besonderes Gefühl.“