Der Sohn hatte keinen Schlüssel mit und stieg in der Nacht auf Samstag über das Fenster ins Haus ein.

© /Franz Hagl

Herzogenburg
07/18/2015

Durch Fenster eingestiegen: Vater schoss auf Sohn

Weil er ihn für einen Einbrecher hielt, griff er zur Waffe.

Ein tragischer Zwischenfall ereignete sich in der Nacht auf Samstag in der Gemeinde Herzogenburg, Bezirk St. Pölten. Weil ein Mann seinen Haustürschlüssel vergessen hatte und deshalb für einen Einbrecher gehalten wurde, liegt er nun mit einer Schussverletzung im Krankenhaus. Der Schütze: sein eigener Vater.

Beim Nachhausekommen kurz nach Mitternacht hatte der Mann im Garten seines Elternhauses bemerkt, dass er keinen Schlüssel mitgenommen hatte. Daher kam er auf die Idee, über den Gartenzaun zu klettern, um über ein Fenster ins Innere zu kommen. Sein Vater, der sich zum gleichen Zeitpunkt im Haus befand, hörte, dass sich jemand an einem Fenster zu schaffen machte, vermutete einen Einbrecher und holte seine Waffe.

Streifschuss

Ohne abzuwarten, wer tatsächlich der Störenfried sei, begann er in jene Richtung zu schießen, aus der er die Geräusche hörte. Mit fatalen Folgen, die tödlich ausgehen hätten können: Denn bei dem vermeintlichen Einbrecher handelte es sich um seinen eigenen Sohn. Dieser hatte Glück im Unglück und kam mit einem Streifschuss an der Wange davon.

Der Sohn sei daraufhin auf die Straße gelaufen und habe geschrien, berichten Zeugen. Eine Nachbarin ist auf ihn aufmerksam geworden und ihm zu Hilfe geeilt. Die Frau verständigte die Einsatzkräfte, die den Mann mit dem Rettungswagen ins Spital brachten.

Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Der Vater wurde wegen fahrlässiger, schwerer Körperverletzung angezeigt. "Den bisherigen Ermittlungen nach zu urteilen, gehen wir davon aus, dass der Vater den Sohn tatsächlich für einen Einbrecher gehalten hat", bestätigte Michaela Schnell von der Staatsanwaltschaft St. Pölten den Vorfall. Die Waffe sei registriert, der Vater besitze auch einen Waffenschein.

Von der Landespolizeidirektion Niederösterreich gab es dazu keine Stellungnahme. "Da es Angelegenheit der Staatsanwaltschaft ist, geben wir dazu keinen Kommentar ab", sagte ein Sprecher auf KURIER-Anfrage.

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