Die Puff-Pläne sind erschlafft

dpa/Boris RoesslerARCHIV - Eine Prostituierte wartet am Mittwoch (20.12.2006) in einem Bordell in der Innenstadt von Frankfurt am Main auf Kunden. Ausgerechnet die besten Mitarbeiter haben dem Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) einen schlüpf
Foto: dpa/Boris Roessler

Bordell wird es auch weiterhin keines geben. Aber der Initiator will nicht vorschnell aufgeben.

Mit Plänen zur Unterhaltung der „besonderen Art“ sorgte Hotelier Herbert Witzmann aus Bad Vöslau (Bezirk Baden) im vergangenen Frühjahr für Aufregung in der ansonsten beschaulichen Kurstadt. Direkt neben dem Thermalbad schwebte Witzmann ein Freudenhaus vor. Damals sprach er von einem „kleinen und feinen Etablissement“. Dezent und ohne den üblichen „Puff-Kitsch“ sollte es auskommen. „Ich habe viele Geschäftsreisende in meinem Hotel“, sagte er zum KURIER. Dass es dem ein oder anderen (sexuell) ausgehungerten Gast neben kulinarischen auch nach fleischlichen Genüssen zumute war, brachte Herbert Witzmann auf die Idee. „Warum auch nicht? Ein Freudenhaus ist doch nichts Schlechtes“, meinte er mit einem Schulterzucken.

Wenige Monate später sieht die Sache anders aus. Die ambitionierten Überlegungen hat Witzmann – zumindest – vorübergehend auf Eis gelegt. „In der angedachten Form wird es in Bad Vöslau kein Bordell geben“, schildert er. Politisch blies ihm der Wind ins Gesicht. Aufgrund dessen hat Witzmann laut Eigenangabe aber nicht kapituliert. Tatsächlich sieht aber das NÖ Prostitutionsgesetz rigide Schutzzonen vor, in denen die Genehmigung größtenteils der Gemeinde überlassen werden. Und die stand der Idee von Anfang an ablehnend gegenüber. Gerade im Stadtzentrum, also in der Nähe von Kindergärten und Schulen, stehen derartige Projekte auf wackeligen Beinen.

„Wirtschaftlich ist der Druck vielleicht doch zu hoch“, meint hingegen der Hotelier. Im südlichen NÖ gilt die B 17 als „sündige Meile“, ein Bordell reiht sich ans Nächste.

Hotelier gibt nicht auf

Zu den Akten will Witzmann das Projekt aber keinesfalls legen: Eine „Bekannte“ kenne sich in der Szene gut aus und werde ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wenn auch nicht an diesem Ort, bleibt ein Bordell das Ziel. Bis dahin heißt es in Bad Vöslau weiterhin: Heil-Massage statt Thai-Massage.

(kurier) Erstellt am
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