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Energie
02/27/2016

Deutsches Bundesland wird 574. Gemeinde in NÖ

Der Freistaat Sachsen will blau-gelbe Wege beschreiten und kommt ins Landesnetz.

von Matthias Hofer

In Klosterneuburg gibt es Stimmen, die eine Loslösung von NÖ fordern. Ganz anders in Deutschland. Dort will gleich ein ganzes Bundesland zur 574. Gemeinde Niederösterreichs werden. Die Reise einer nö. Delegation endete am Freitag mit der freundlichen Übernahme des Freistaates Sachsen.

Eigentlich hatte ÖVP-Landesrat Stephan Pernkopf das deutsche Bundesland dieser Tage besucht, um sich über die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung bei der Landesentwicklung zu informieren. Sachsen hat seine künftigen Strategien in enger Abstimmung mit seinen vier Millionen Landsleuten abgesteckt. Fazit: Die Bürgerbeteiligung soll auch bei der Erstellung eines nö. Landeskonzepts stark betont werden.

Ökostrom

Pernkopfs Treffen, etwa auch mit Innenminister Markus Ulbig, machten aber deutlich, dass die Sachsen ihrerseits großes Interesse an nö. Errungenschaften haben. Zentrales Thema war Niederösterreichs Leistung, seinen Strombedarf zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Sachsen speist aktuell 21 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus Ökostrom, die Hälfte davon stammt aus Windrädern. Christian Micksch, Chef der sächsischen Energieagentur beklagte Schwierigkeiten, die Gemeinden bei der Windkraft als Partner ins Boot zu holen. "Ich stelle fest, bei uns gibt es eine engere Achse zwischen Land und Gemeinden. Manche Wege sind einfach direkter", betont Pernkopf.

So liefert etwa die NÖ-Umweltagentur ENU allen blau-gelben Gemeinden umfassende Informationen online. "Ich werde nun einfach auch Sachsen in unser Netzwerk integrieren", sagt ENU-Chef Herbert Greisberger.

Damit wird der Freistaat, immerhin das sechsgrößte Bundesland Deutschlands, also die 574. Gemeinde im ENU-Netz. "Aber keine Sorge, Sachsen wird sicher keine Förderungen aus Niederösterreich bekommen", feixt Pernkopf.

Hochwasser

Umweltstaatssekretär Herbert Wolff will auch im Hochwasser-Management mit NÖ kooperieren. Vor allem die Schadensabwicklung ist von Interesse. "Hier in Sachsen gibt es zwei Jahre nach der letzten Flut 2013 noch keine Abrechnung zum Gesamtschaden", sagt Pernkopf. In NÖ seien nach jeder Überflutung sofort Schadenskommissionen im Einsatz. "Bei uns hat der Bürger zwei Wochen nach der Schadensmeldung das Geld am Konto." Wolff: "Gerade in diesem Punkt können wir uns sicher einiges abschauen." Der Sachsen-Besuch zeige, "dass die Größe der Region keine Rolle spielt", sagt Pernkopf. "In erster Linie zählt, wer die besten Ideen hat."

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