Wahlkampf
01/08/2015

Der Kampf um Wr. Neustadt

Auftakt von SPÖ und ÖVP erfolgte Mittwochabend beinahe zeitgleich in der Innenstadt.

Der Kampf um den begehrten Bürgermeister-Sessel von Wiener Neustadt gipfelte gestern Abend in einem Kopf-an-Kopf-Rennen der Spitzenkandidaten Bernhard Müller und Klaus Schneeberger. Die SPÖ und die ÖVP hielten zeitgleich nur 500 Meter von einander entfernt in der Innenstadt ihren Wahlkampfauftakt vor Hunderten Festgästen und viel politischer Prominenz ab.

Kontinuität statt Experimente

"Let's get ready to rumble", tönte aus den Boxen, als rot gekleidete Cheerleader den Abend im mit fast 600 Sympathisanten "ausverkauften" Wiener Neustädter Stadttheater eröffnen. Das Motto in der Stadt laute alle gegen einen, alle gegen Bernhard Müller, erklärt Moderator Josef Broukal. 9 Listen treten gegen den Bürgermeister an, der beim letzten Mal die Absolute in der seit Kriegsende tiefroten Stadt knapp halten konnte.Eine lange Zeit. Oder: "70 Jahre, in denen bewiesen wurde, dass das Beste erreicht wurde", wie Matthias Stadler, Müllers Kollege aus St. Pölten und Landesparteichef der SPÖ, meinte.

Wer der Hauptkonkurrent ist, wurde schnell klar. Den "Neustart", den wenige hundert Meter weiter Klaus Schneeberger und Landeshauptmann Erwin Pröll propagierten, bezeichnete Stadler als "Fehlstart". Gegen die ÖVP-Prominenz bot Müller neben Stadler auch Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, Landtagspräsident Franz Gartner, AKNÖ-Chef Markus Wieser und die roten Legenden Rudolf Nürnberger und Ernst Höger auf.

Vom "Buben, der mich als Landesparteichef so scharf kritisiert hat und jetzt so ein super Bürgermeister ist", schwärmte der. Und auch der langjährige Vizelandeshauptmann ließ Schneeberger nicht ungeschoren. "Wir brauchen keine Jobhopper", meinte er in Anspielung auf die Landtagswahl vor knapp zwei Jahren." Und zu Schneebergers Verdiensten um die Stadt: "Diese Entwicklung trägt die Handschrift sozialdemokratischer Bürgermeister. Er war bei den Spatenstichen immer dabei, aber viel aufgefallen ist er mir nicht." In späteren Wortmeldungen war auch Schneebergers Alter – er wird im April 65 – Thema.

Der Star des Abends kam stilecht zum Schluss. Auch bei ihm gab’s Konkurrenten-Schelte, schließlich versuchte er aber eine erfolgreiche Bilanz zu ziehen und zeigte sich zuversichtlich: "Es ist vieles geschehen, aber wir haben noch vieles vor uns. Wir haben die Menschen ernst genommen und sie eingebunden in einem Ausmaß, um das uns viele Städte beneiden."

Anspruch auf das Bürgermeisteramt

Im bis auf den letzten Platz gefüllten Sparkassensaal ging es Mittwochabend in Wiener Neustadt zur Sache. Die Volkspartei hatte nichts dem Zufall überlassen und den Wahlkampfauftakt mit den 80 Kandidaten generalstabsmäßig durchgeplant. Die Partei will sich natürlich keine Blöße geben, denn mit Klubobmann Klaus Schneeberger (64) hat man einen der mächtigsten Landespolitiker in das Rennen um den Bürgermeistersessel geschickt. Wiener Neustadt ist in NÖ eine der letzten roten Bastionen, die die Schwarzen zu Fall bringen wollen.

Trotz nur halb so viel Stimmen bei der letzten Gemeinderatswahl hat die Fraktion mit dem Motto "Neustart für Neustadt" das Ziel, die absolute Mehrheit zu brechen. Und dafür wurde am Mittwoch vor annähernd 600 Zuschauern ordentlich die Werbetrommel gerührt. Wer dabei natürlich nicht fehlen durfte, war Erwin Pröll. Seite an Seite mit Klaus Schneeberger zog der Landesfürst unter Standing Ovations in die Wahlkampfarena ein und tat das, was er beherrscht – nämlich Stimmung machen. "Klaus Schneeberger ist die Klammer zwischen der Stadt Wiener Neustadt und dem Land NÖ in der Entwicklung von einer alten Industriestadt zu einem modernen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Zukunftsstandort. Je stärker Klaus Schneeberger wird, umso stärker wird auch die Achse zum Land sein", betonte Pröll.

Klare Ansage

Schneeberger weiß, das der Weg ins Bürgermeisteramt auch über die anderen Parteien führt: "Ich will den politischen Neuanfang für unsere Stadt, um Wiener Neustadt wieder die Stärke und den Stolz zurückzugeben, den sie verdient. Nur wenn die Mehrheit der Müller-SPÖ fällt, wird erstmals Zusammenarbeit möglich sein. Ich will am 25. Jänner den höchsten Zugewinn aller Parteien haben, so kann ich den Anspruch auf das Bürgermeister-Amt erheben. Noch in der Wahlnacht werde ich allen im Gemeinderat vertretenen Parteien die Hand für eine neue Art der Zusammenarbeit reichen", erntete Schneeberger viel Applaus seiner Anhänger.

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