Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Brot statt Burger

Eine aktuelle Studie zeigt: Die Österreicher verzichten krisenbedingt vermehrt auf teure Lebensmittel und sparen beim Essen.

Die herrschende Finanz- und Wirtschaftskrise nimmt erheblichen Einfluss auf Ernährung und Alltagsgewohnheiten: Laut einer Studie schränkt sich mehr als ein Drittel der Bevölkerung bei Lokalbesuchen ein, auch bei Fast Food und Alkohol hält der Verzicht Einzug.

"Deutlich merkbar wird die Lebensstil-Trendwende vor allem im Ernährungsverhalten", betont Univ. Doz. Dr. Ingrid Kiefer von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Es sei vom "Gesundheits-Standpunkt her erfreulich", dass Obst und Gemüse zu den Gewinnern der materiell schwieriger gewordenen Lebenssituation gehören, während sich jeder fünfte Österreicher bei Fastfood, Knabbereien und Fertigprodukten nunmehr zurückhält.

Verzicht auf Süßes und auf's Restaurant

Häufiger gegessen als bisher werden auch Kartoffeln, Reis und Nudeln (+8 Prozent) sowie Fisch und Vollkornprodukte (+7 Prozent), weniger oft hingegen Mehlspeisen und Süßigkeiten. Sparsam ist man auch bei Alkohol und Zigaretten, während der Kaffee seinen angestammten Platz im Alltag der Österreicher behält. Generell ist festzustellen, dass an die Stelle von Überfluss und Convenience eine neue Qualität des kostenbewussteren Konsums sowie gesündere Ernährung im Kreis der Familie treten.

Die Krisentrends hinsichtlich der Ernährung wirken sich natürlich auch auf das Einkaufsverhalten der Österreicher aus. Diskonter erfreuen sich über einen Kundenzuwachs, während vor allem die als teuer betrachtete Bio-Branche Umsatzeinbußen zu befürchten hat. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an weniger oft außer Haus zu essen. Zurückgegangen sind laut Studie aber nicht nur die Restaurantbesuche, sondern auch das Essen in Kantinen und bei Fast-Food-Anbietern.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund