So sieht der endgültige Entwurf der Wohnchance NÖ aus.

© /Land NÖ

Sozialer Wohnbau
02/27/2016

Billig-Häuser nach Architekten-Kritik überarbeitet

Die günstige Schiene der Genossenschaften hat ein völlig neues Gesicht.

von Matthias Hofer

Als "Schuhlöffel" für den Start in ein neues Leben stellte das Land die "Wohnchance NÖ" im Jänner vor. Von einem Vergleich mit "Schuhschachteln" könne dagegen keine Rede sein. Das sahen vor allem Architekten anders. Die ersten Entwürfe für die Mehrfamilienhäuser, die ab Sommer entstehen sollen, sorgten für heftige Kritik. Jetzt wurden die Entwürfe deutlich verändert.

Wie berichtet, wird das Land in Kooperation mit den Genossenschaften kostengünstigen Wohnraum für Kleinverdiener anbieten. Die rund 60 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnungen sind für bis zu vierköpfige Familien gedacht. Jede Wohnung kommt mit Küche und Autostellplatz. Geplant sind bis zu 100 Häuser mit je acht Wohnungen. 50 Millionen Euro werden investiert.

Am Erstentwurf störte Kritiker vor allem die Außenstiege (siehe Bild). Die hohen architektonischen Standards in NÖ seien gefährdet, hieß es. Der zuständige Landesvize Wolfgang Sobotka reagierte: Er lud ein, den Entwurf zu verbessern. Der KURIER zeigt, wie die ersten Häuser jetzt endgültig aussehen werden.

"Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den Stiegenaufgang, er liegt jetzt innen und ist überdacht", sagt Sobotka, "der Vorraum ist noch kleiner, die Wohnfläche im Verhältnis etwas größer." Die Architektur sei "insgesamt ansprechender".

Unverändert bleibt, dass die Häuser in Holzriegelbauweise entstehen und in Serienfertigung produziert werden sollen.

Starthilfe

Gedacht sind die Wohnungen für jene, die bisher, wenn überhaupt, ihre Wohnung nur mit einem Höchstmaß an Beihilfen finanzieren konnten. Nach einer Kautionszahlung von 2000 Euro werden im Monat 250 Euro Miete pro Wohneinheit fällig. "Damit liegen wir bei unter 4,2 Euro pro Quadratmeter. Das ist nirgends in Österreich günstiger", meint Sobotka. Dafür gibt es keinen Wohnzuschuss mehr vom Land. Einziehen darf, wer deutlich unter den Einkommensgrenzen der Wohnbauförderung liegt.

Aktuell haben rund 40 Gemeinden Interesse angemeldet. Der finale Entwurf für die Häuser wird jetzt an alle Bürgermeister verschickt. Vorteil für die Gemeinden: Sie können rund die Hälfte der Wohnungen selbst vergeben.

Fest steht, dass man für einen zweite Welle von Wohnchance-Bauten mit der TU Wien kooperieren wird. Studenten begleiten die Umsetzung der jetzigen Häuser und erarbeiten gleichzeitig Vorschläge für die Zukunft.

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