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Chronik Niederösterreich
04/17/2019

Betrüger gab sich als Polizist aus: Tausende Euro erbeutet

Der Unbekannte machte einer Frau weis, ihre Tochter sei in einen Unfall verwickelt. Sie übergab einer Komplizin Geld.

von Katharina Zach

In einem mehrstündigen Telefonat lockte ein bislang unbekannter Täter, der sich als Polizist ausgab, einer Seniorin mehrere zehntausend Euro heraus. Die 64-Jährige übergab das Geld einer Komplizin. Nun sucht die echte Polizei mit einem Phantombild nach der Frau.

Montag gegen 13.30 Uhr läutete das Telefon der 64-Jährigen aus Maria Enzersdorf. Ein Mann, der angab, Polizist zu sein, erklärte der Seniorin, dass ihre Tochter in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden war.

Da sie an dem Unfall schuld sei, müsse die Frau einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag leisten, um zu verhindern, dass ihre Tochter in Haft genommen wird. Der Unbekannte war gut informiert, kannte den Namen der Tochter sowie des Ehemannes der Seniorin.

Im Laufe des Gesprächs erhöhte der Mann den Druck auf die Frau. Noch während des Telefonats hob die Seniorin schließlich den geforderten Betrag ab. Der falsche Polizist instruierte sie, das Geld in Perchtoldsdorf einer Frau zu übergeben.

Tatsächlich kam es zu dem Treffen, bei dem die 64-Jährige einer etwa 25 bis 35 Jahre alten Komplizin die Summe aushändigte. Erst danach - nach Stunden - beendete der vermeintliche Polizist das Gespräch. Die 64-Jährige rief ihre Tochter an und stellte fest, betrogen worden zu sein.

Sie erstattete Anzeige, nun wird mittels Phantomzeichnung nach der Frau gesucht, die mit einem deutschen Dialekt gesprochen haben soll. Hinweise werden an die Polizeiinspektion Maria Enzersdorf unter der Nummer 059133-3339100 erbeten.

Zuletzt mehrten sich die Fälle, bei denen sich Unbekannte am Telefon als Polizisten ausgaben und unter einem Vorwand Geld verlangten.

Die Polizei rät, Angehörige zu warnen und im Bekanntenkreis über diese Vorfälle zu sprechen. Die Exekutive würde niemals am Telefon um Geldbeträge bitten. Zudem kommen Beamte niemals nach Hause um Geld oder Wertgegenstände von Angehörigen zu holen, schon gar nicht durch "Mittelsmänner".

Niemals sollen vertrauliche Informationen – insbesondere über persönliche und finanzielle Verhältnisse – an Unbekannte weitergegeben werden, auch wenn diese behaupten von offiziellen Stellen zu sein.

Verdächtige Vorfälle sollen der Polizei gemeldet werden. Weitere Infos zu ähnlichen Betrugsdaten gibt es beim Bundeskriminalamt.