Symbolbild.

© DPA/Jens

Affäre
03/29/2014

Besoffener Polizist flüchtete mit Dienstwagen

Der Beamte bekam eine Disziplinarstrafe, den Führerschein durfte er behalten.

Die rasende Flucht mit dem Dienstwagen brachte einem Polizeibeamten zwar eine Disziplinarstrafe ein. Aber den Führerschein konnte er dadurch retten. Weil die Kollegen dem Geflüchteten nicht nachweisen konnten, dass er betrunken war.

Eigentlich hätte er an einem Donnerstag bis 22 Uhr mit einem zivilen Streifenfahrzeug mit Radargerät Verkehrsrowdys stellen sollen. Aber bis knapp vor Mitternacht stand die unauffällige Zivilstreife vor dem Haus eines Freundes. Bei der Heimfahrt fiel einer Sektorstreife der "schlangenlinienartige" Kurs des Ford Galaxy auf. Die Beamten ahnten nicht, dass das Motto der Amtshandlung ab jetzt "Polizei gegen Polizei" hieß. Sie stoppten den Lenker. Während sie ihren Alkomat vorbereiteten, sprang der "Kollege" plötzlich mit den Worten "Ich kenn mich aus" in den Wagen und flüchtete. Die Funkfahndung war ergebnislos. Kein Wunder, der Gejagte konnte ja am eigenen Funkgerät mithören.

Anhand des Kennzeichens konnte er schließlich doch ausgeforscht werden. Der Disziplinarsenat befand: "Dass sich ein Polizeibeamter, der mit dem Dienstfahrzeug unterwegs ist, einer Anhaltung durch andere Polizeiorgane durch eiligste Flucht entzieht, kann nicht toleriert werden und wirft geradezu ein peinliches Bild auf die Integrität und das Amtsverständnis der Polizei."

Aufgrund seiner Unbescholtenheit kam der Beamte mit einer Geldstrafe in der Höhe eines Monatsbezuges davon. Und die Stunden, die er beim Freund verbracht hatte, muss er einarbeiten.

Freisprechen musste ihn der Disziplinarsenat allerdings vom Vorwurf der Alkoholisierung. Er ist nämlich schon geflüchtet, bevor ihn die Kollegen offiziell zum Alkotest auffordern konnten. Dass sie Alkoholgeruch und gerötete Augen wahrgenommen hatten, reichte als Beweismittel nicht aus.

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