Chronik | Niederösterreich
17.06.2018

Auto raste in Vorgarten: Sechs Jugendliche verletzt

Die Insassen wurden teils schwer verletzt. Auch im Bezirk Hollabrunn verunglückten fünf Personen.

Bei zwei schweren Verkehrsunfällen in Niederösterreich in der Nacht auf Sonntag wurden insgesamt elf Menschen teils schwer verletzt. Dass niemand gestorben ist, grenzt dabei an ein Wunder.

Kurz nach sechs Uhr Früh war ein 20-jähriger in Richtung Zeillern, Bezirk Amstetten, unterwegs. Der junge Mann besitzt laut Polizei keinen Führerschein, er war zudem alkoholisiert, als er mit stark überhöhter Geschwindigkeit vom sogenannten Strasser-Berg talwärts fuhr. An Bord seines nicht zum Verkehr zugelassenen Honda Civic waren fünf Freunde, drei Burschen und zwei Mädchen im Alter von 21, 18, 22, 25 und 22 Jahren. Bei der Ortseinfahrt kam der junge Mann zuerst links von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Thujen-Baum, wie die Polizei rekonstruierte. Daraufhin überschlug sich der Wagen mehrmals, riss eine Laterne und die Gartenmauer eines Einfamilienhauses nieder. Erst im Vorgarten kam das Fahrzeug auf dem Dach liegend zum Stillstand. Die Hausbesitzerin sowie Nachbarn wurden durch den lauten Knall geweckt und alarmierten die Einsatzkräfte.

"Als wir eingetroffen sind, war die Rettung schon vor Ort", erinnert sich Einsatzleiter und Kommandant der Feuerwehr Zeillern, Herbert Harmoser. Das Rote Kreuz war mit einem Großaufgebot an Rettungs- und Notarztwagen angerückt. Auch der ÖAMTC Notarzthubschrauber Christophorus 10 war angefordert worden. Während die vier Insassen, die auf der Rückbank gesessen hatten, selbst durch das zerstörte Heckfenster ins Freie klettern konnten, waren Fahrer und Beifahrer eingeklemmt.

Sie mussten von den Feuerwehren Zeillern und Amstetten aus dem völlig zerstörten Wrack geschnitten werden. Ein 25-jähriger Mitfahrer wurde schwer verletzt und mit dem Notarzthubschrauber in das Med Campus 3 nach Linz geflogen. Die anderen jungen Leute wurden in umliegende Krankenhäuser transportiert. Eine 18-Jährige erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Sie und ein 22-Jähriger befinden sich noch in stationärer Behandlung. 

Der 20-jährige Lenker, eine 21-Jährige und ein 22-Jähriger hatten am meisten Glück. Sie konnten nach ambulanter Behandlung bereits aus dem Spital entlassen werden. Den Fahrer erwarten jedenfalls einige Anzeigen. Ein durchgeführter Alkotest war positiv.

Laut dem Bezirksfeuerwehrkommando Amstetten habe der Unfallort einem Schlachtfeld geglichen. Dass niemand in Lebensgefahr schwebe, sei ein Glück.

Dabei hatte es bei der Erstalarmierung weitaus dramatischer ausgesehen. "Als wir ausgerückt sind hat es geheißen, ein Toter", berichtet Kommandant Harmoser. "Das hat sich Gott sei Dank als falsch herausgestellt." Insgesamt 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Auto begann zu brennen

Nur wenige Stunden zuvor, gegen drei Uhr Früh, war es im Bezirk Hollabrunn zu einem schweren Unfall gekommen. Ein 21-Jähriger war gemeinsam mit einem 32-jährigen und zwei 23-jährigen Mitfahrern in Richtung Kleinhaugsdorf unterwegs. Allerdings fuhr er laut Polizei auf der Freilandstraße im Gemeindegebiet von Unterretzbach mit geringer Geschwindigkeit. Das dürfte ein nachfolgender 34-Jähriger nicht bemerkt haben, er fuhr fast ungebremst auf das vordere Fahrzeug auf.

Das Auto des älteren Fahrers begann nach dem Aufprall zu brennen. Laut dem Team des ÖAMTC-Notarzthubschraubers Christophorus 2 wurden mehrere Personen auf die Straße geschleudert. Drei Notarztwägen und mehrere Rettungswagen rasten zum Unfallort, um die teils Schwerverletzten zu versorgen. Einer der 23-jährigen Mitfahrer wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Spital nach Krems geflogen. Die anderen Unfallopfer wurden ins Krankenhaus Horn gebracht.