© Gilbert Weisbier

Chronik Niederösterreich
05/03/2012

Aufregung um gekappte Maibäume

Unbekannte haben zwei Maibäume zersägt. Die maschinelle Fortsetzung des alten Brauches stößt auf wenig Verständnis.

In zwei Teile zerfiel der liebevoll geschälte, zukünftige  Maibaum von Eisenbergeramt, Bezirk Krems, als die Mitglieder der Kapellengemeinschaft ihn am Morgen des 1. Mai zum Aufstellen abholen wollten. Unbekannte hatten  in der Nacht den Stamm auf halber länge abgeschnitten und die Teile so zusammen geschoben, dass das niemandem auffiel. Die Aufregung war ebenso groß wie im Nachbarort Eisengraberamt, wo ein fast 30 Meter hoher Maibaum gefällt wurde. In beiden Fällen wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

"Jetzt haben wir keinen Maibaum. Der war gespendet, so schnell haben wir keinen aufgetrieben", erklärt Martin Anissin von der Dorfgemeinschaft Eisengraberamt. Dabei ist der Baum traditionell Mittelpunkt eines Festes, das kommendes Woche gefeiert wird.

"Ich habe keine Ahnung, wer das gemacht hat. Jedenfalls haben die noch Glück gehabt. Der Baum sollte anscheinend auf eine Wiese  fallen, ist aber in eine andere Richtung gekippt, weil sie beim Fällen keinen Keil verwendet haben. Fast hätte er eine Hochspannungsleitung getroffen. Und wenn er nicht in der Astgabel einer Birke hängen geblieben wäre, hätte der Baum ein Marterl beschädigt", schildert Anissin den Vorfall.

Ersatz

"Wir haben uns einen neuen Baum besorgt, aber so etwas mit der Kapellengemeinschaft zu machen, ist nicht in Ordnung", seufzt ihr Obmann Josef Haselmann.

Der Polizei ist aufgefallen, dass sich das Schnittbild in beiden Fällen ähnelt. Der Schaden beträgt jeweils etwa 200 Euro. Derartige Aktivitäten werden sehr unterschiedlich bewertet. Während die einen die Fortsetzung eines alten Brauches sehen, ärgern sich andere über Sachbeschädigung.

"Wenn nichts anderes beschädigt wird, sehe ich das noch mehr als Tradition. Aber das ist mit einem großen Risiko verbunden – besonders, wenn ein Gebiet dicht verbaut ist", findet Herbert Frantes,  Projektmanager aus Großschönau, Bezirk Gmünd.

"Traditionell war es früher so, dass man die Maibäume ausgerissen und komplett gestohlen hat, um sie auslösen zu lassen. Heute ist das viel zu gefährlich, weil die Maibäume im Boden stabil verankert werden. Sie umzuschneiden ist in jedem Fall reiner Vandalismus", sagt  Bürgermeister Maximilian Igelsböck aus Groß Gerungs, Bezirk Zwettl.

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