Hannes Hirtzberger, vergifteter Bürgermeister von Spitz in der Wachau

© KURIER/Gilbert Weisbier

Niederösterreich
12/22/2016

Vergifteter Bürgermeister: Anwalt will Fall neu aufrollen

Hannes Hirtzberger war 2008 vergiftet worden. In der Folge wurde ein Heurigenwirt aus dem Ort wegen Mordversuchs zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

Im Februar 2008 ist Hannes Hirtzberger, Bürgermeister von Spitz an der Donau und Rechtsanwalt in Krems, durch eine mit Strychnin versetzte Praline vergiftet worden und liegt seitdem im Wachkoma. In der Folge wurde ein Heurigenwirt aus dem Ort wegen Mordversuchs zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Laut "Servus TV" will nun sein Anwalt den Fall neu aufrollen.

Ein neues Gutachten solle die Unschuld des Mannes beweisen. Demnach soll der Lokalpolitiker damals sieben Mal soviel Strychnin aufgenommen haben wie der Gerichtsmediziner beim Prozess im Mai 2008 genannt hatte. Diese Menge habe allerdings "niemals in einem 'Mon Cheri' Platz", zweifelte Rechtsanwalt Kurt Wolfmair im "Servus Journal" am Donnerstagabend die Süßigkeit als Ursache der Vergiftung an. Er strebe daher eine Wiederaufnahme des Verfahrens an und habe beim Landesgericht Krems einen entsprechenden Antrag eingebracht. Laut dem Bericht hat sich der Gerichtsmediziner heute nicht zu dem neuen Gutachten geäußert.

"Mon Cheri" an Windschutzscheibe

Dem Bürgermeister aus der Wachau war während der Autofahrt nach Krems offenbar übel geworden. Er hielt in Unterloiben an und bat zwei Fußgängerinnen um Hilfe mit den Worten, er sei vergiftet worden. Dann verlor er das Bewusstsein. Am Vortag hatte er vor dem Gemeindeamt ein Kuvert mit dem "Mon Cheri" an der Windschutzscheibe seines Autos gefunden.

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