Chronik Niederösterreich
05/10/2012

20 Meter in den Tod gestürzt

Kletterunfall am Peilstein - Er war ein erfahrener Kletterer und oft in den Bergen. Doch ein fataler Fehler dürfte Alfred E. das Leben gekostet haben.

Viele Klettertouren hatten der 51-jährige Alfred E. aus Ternitz und ein 63-jähriger Bergkamerad aus Wiener Neustadt schon unternommen. Diesmal wollte das Duo einen Klettersteig am Peilstein (Bezirk Baden) bezwingen. Doch das Freizeitvergnügen wurde plötzlich zum tödlichen Zwischenfall.


„Es ist ein Drama. Die beiden sind schon so viele Touren gemeinsam gegangen und heute hätte das Opfer auch noch Geburtstag gehabt. Das ist einfach nur traurig“, sagt Karin Strasser, Einsatzleiterin der Bergrettung Triestingtal am Tag nach dem Unfall. Sie war mit ihrem Team ebenso wie die Alpinpolizei und der Rettungshubschrauber innerhalb kürzester Zeit vor Ort, doch helfen konnte man nicht mehr. „Als wir hinkamen, lag er bewegungslos am Boden. Der Notarzt hat noch eine halbe Stunde alles versucht. Besser kann die Versorgung nicht sein, aber es war einfach nichts mehr zu machen“, sagt Strasser.

Rätselhafte Ursache

Die Tragödie dürfte entweder auf ein Kommunikationsproblem der Kletterkameraden oder auf plötzlich auftretende Gesundheitsprobleme von Alfred E. zurückzuführen sein. Möglich ist, dass der 51-jährige Ternitzer überanstrengt war oder ihm das Herz zu schaffen machte und er deswegen 20 Meter in den Tod stürzte.

Denkbar ist aber auch, dass die beiden sich trotz ihrer Erfahrung nicht gut abgesprochen hatten. Alfred E. kletterte am Dienstag voraus und wurde von seinem 63-jährigen Freund damit gesichert, dass dieser das Seil auf Zug hielt. Als der 63-Jährige von oben das Kommando „Stand“ hörte, ging er davon aus, dass sein Freund gesichert sei und er nachklettern könne. „Das ist üblicherweise so“, sagt ein ermittelnder Beamter der Alpinpolizei.
Als sich der Wiener Neustädter für den Aufstieg vorbereitete, hörte er aber plötzlich ein Rauschen und einen dumpfen Aufschlag. Sein Partner war im freien Fall hinter ihm in ein Gebüsch gestürzt und hart aufgeschlagen. Er gab kein Lebenszeichen von sich.
Laut Polizei liegt kein Fremdverschulden vor. Die Ermittlungen gelten damit als abgeschlossen. Dramatisches Detail: Die nächsten Angehörigen des Unfallopfers, seine Eltern, befinden sich zurzeit auf Urlaub in der Türkei. Bis zum Mittwoch konnten sie noch nicht erreicht und über den Tod ihres Sohnes in Kenntnis gesetzt werden.
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