Chronik | Niederösterreich
31.10.2018

1500 Mann, 73.000 Tonnen Salz und 500.000 Schneestangen

Der Straßendienst steht parat, die Streugut-Lager sind voll. Jetzt fehlt nur noch der Schnee.

Der Straßendienst steht parat, die Streugut-Lager sind voll. Jetzt fehlt nur noch der Schnee. „Vorbereitung ist alles“, sagt der Verkehrslandesrat und lächelt. Dass er ausgerechnet bei frühlingshaften Temperaturen den Startschuss zum heurigen Winterdienst gibt, sorgt bei der Belegschaft der Straßenmeisterei Pottenbrunn am Mittwoch für gute Laune. Aber die Männer wissen aus langjähriger Erfahrung, wie schnell das Wetter umschlagen kann. Und auch, dass Niederösterreichs fast 14.000 Kilometer langes Straßennetz dann zum heiklen Terrain mutiert.

Deshalb steht der niederösterreichische Straßendienst alljährlich ab Allerheiligen mit rund 1500 Mitarbeitern für den Winterdienst parat. Der Fuhrpark wurde verjüngt, die Salzlager sind voll. „In unseren Hallen und Silos lagern zurzeit rund 153.000 Tonnen Streugut, davon 80.000 Tonnen Splitt und 73.000 Tonnen Salz“, berichtet Landesrat Ludwig Schleritzko. Außerdem werden ab sofort 700 Kilometer an Schneezäunen aufgestellt. Und nicht weniger als eine halbe Million Schneestangen werden den Schneepflügen und Streufahrzeugen als Orientierungshilfe dienen.

Feuchtsalz

Der Winterdienst arbeitet längst nicht mehr nach dem Salzstreuer-Prinzip. Das Streusalz wird nämlich nicht trocken, sondern – gemischt mit der so genannten Sole – im feuchten Zustand ausgebracht. „Damit haftet das Salz besser an der Straße und wird auch gleichmäßiger verteilt“, weiß Straßenbaudirektor Josef Decker. Die Tauwirkung der Mischung ist deutlich höher als beim trockenen Salz, das noch dazu leichter vom Wind verweht wird.

„Wir versuchen, die Auswirkungen der Streuungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten“, beteuert Schleritzko. Durch das Feuchtsalz sei der Salzverbrauch um ein Fünftel gesunken. Darüber hinaus wird längst nicht überall Salz ausgebracht. Auf etwa der Hälfte des Straßennetzes wird mit Streusplitt gearbeitet.

Decker appelliert an die Vernunft der Autofahrer: „Wenn es kalt wird, sind Winterreifen und umsichtige Fahrweise angesagt.“ Jetzt sei außerdem Zeit für einen Frostschutz-Check.