Chronik
02.05.2018

GTI-Fans hinterlassen täglich drei Tonnen Müll am Straßenrand

Neues Problem: Besucher des PS-Treffens lassen ihren Unrat liegen. Bergwacht straft nun rigoros ab.

Kärntens ehemaliger Umweltlandesrat Rolf Holub mag etwas übers Ziel hinausgeschossen sein, als er vor Monaten in einer Landtagsrede die GTI-Vortreffen mit der Cholera verglichen hat. Aber hygienische Probleme im Zusammenhang mit den PS-Fans nehmen nun tatsächlich gewaltige Ausmaße an.

Klagenfurt, Keutschach, Velden, Faak, Finkenstein, Pörtschach, Techelsberg, Krumpendorf – an allen Hotspots hinterlassen die Autofanatiker heuer deutliche Spuren in Form von Abfall. Während das eigentliche Treffen vom 9. Bis 12. Mai in Reifnitz von der Gemeinde Maria Wörth organisiert wird, kennen die aktuellen Zusammenkünfte keinen Veranstalter. Und weil die Vortreffen nicht auf eine Region beschränkt sind, reichen die ganzjährig bereit gestellten Mülltonnen in den Gemeinden nicht aus bzw. entsorgen die Besucher ihre Leergebinde einfach am Straßenrand. „Alles ist vermüllt, so dramatisch wie am vergangenen Wochenende war die Lage noch nie. Bisher haben wir abgemahnt, ab sofort wird abgestraft“, kündigt der Leiter der Bergwacht Peter Cech an. Der Strafrahmen erstreckt sich von 21 Euro bei Organstrafverfügungen bis zu 7200 Euro im Fall von Anzeigen.

Jener Abfall, den das Land im Zusammenhang mit GTI-Vortreffen im Straßenbereich aufsammelt, lässt sich in Zahlen fassen: „Zwei Mitarbeiter sind derzeit täglich von 3 Uhr morgens bis Mittag rund um den Wörthersee unterwegs und sammeln mit einem Lkw zwei bis drei Tonnen Müll ein“, heißt es von der Straßenmeisterei. Die Zahl ist umso bemerkenswerter, als es sich beim Abfall ja hauptsächlich um leichte (weil leere) Dosen und Plastikflaschen handelt. Da die Entsorgung einer Tonne Müll 220 Euro koste, würden entsprechende Zusatzkosten anfallen, so das Land.

Unrat und Umsatz

Die Gemeinden kommen ebenfalls zum Handkuss. Dass das Müll-Problem so groß wie nie zuvor ist, bestätigen im Rahmen eines KURIER-Rundrufes alle betroffenen Kommunen, die Zusatzkosten beziffern können bzw. wollen sie nicht. Immerhin sorgen die Schrauber und Kiebitze für jede Menge Umsatz. „Am Wochenende hatten wir am Pyramidenkogel täglich über 2000 Gäste, 70 Prozent davon waren GTI-Fans. Dass die doppelt so viel Müll am Parkplatz hinterlassen, ist uns bewusst. Aber die Entsorgung nehmen wir für unsere Gäste in Kauf“, erklärt Karl Dovjak, Bürgermeister von Keutschach.