Rund drei Hektar am Rand des Natura-2000-Gebietes sollen in Bauland umgewidmet werden. Eine Bürgerinitiative (im Bild Mitglied Toni Moravec) macht dagegen mobil

© USCHI ZEZELITSCH /Uschi Zezelitsch

Forchtenstein
04/09/2014

Zwist um Natura-2000-Gebiet geht ins Finale

Häuser statt Nester: Der Lebensraum der Zwergohreule soll für Bauplätze verkleinert werden.

Die Bürgerinitiative BI "Wir haben’s eulig" macht weiterhin gegen die geplante Einfamilienhaus-Siedlung in Forchtenstein mobil. Auch wenn das Projekt auf Anweisung der Naturschutzbehörde verkleinert werden musste und mit strengen Auflagen versehen wurde (der KURIER hat berichtet), lässt die BI nicht locker. "2001 wurde dieses Gebiet erst zum Natura-2000-Gebiet erklärt", erläutert BI-Sprecherin Juliane Bogner, "13 Jahre später beginnt man schon, es zu zerstören". Wie wolle man es schaffen, derart einzigartige Schutzgebiete langfristig zu erhalten, "wenn das nicht einmal über so eine kurze Frist hinweg möglich ist", gibt Bogner zu bedenken.

Dieses Areal zwischen Forchtenstein und Wiesen – großteils alte Streuobstwiesen – wurde deshalb zum Natura-2000-Gebiet erklärt, weil es eines der wenigen österreichweiten Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Zwergohreule ist.

Derzeit liegt die Änderung des Flächenwidmungsplanes im Forchtensteiner Gemeindeamt zur Ansicht auf, drei Hektar des geschützten Gebietes sollen in Bauland umgewidmet werden. Die BI hofft, mit Einwänden das Projekt doch noch zu Fall zu bringen. In Form so genannter "Erinnerungen" können alle – auch Nicht-Forchtensteiner – ihre Bedenken gegen die geplante Verbauung bis 22. April mit einem Schreiben an die Gemeinde zum Ausdruck bringen. "Der Zug ist noch nicht abgefahren", ist die Grüne Gemeinderätin Erika Weibl überzeugt, die als einzige im Gemeinderat gegen die Umwidmung des Flächenwidmungsplanes gestimmt hatte. "Das war ja ursprünglich viel größer geplant", erinnert Weibl, der auch die "Light"-Variante zu weit geht.

Fix ist noch nichts

Dass das geplante Projekt "noch nicht gegessen" ist, bestätigt auch Burgenlands Umwelt-Anwalt Hermann Frühstück. Das Land, genauer gesagt "die Raumordnung als oberste Aufsichtsbehörde" habe das letzte Wort, auch wenn das Widmungsverfahren im Gemeinderat beschlossen werde. "Das wird alles noch einmal geprüft. Wie viel vom Natura-2000-Gebiet wird beeinträchtigt? Sind zusätzliche Verfahren, etwa eine Naturverträglichkeitsprüfung, notwendig?", beschreibt Frühstück das Prozedere.

Nach Ostern sollte eine Entscheidung seitens des Landes fallen. Wobei das auch bedeuten könne, wie der Umweltanwalt betont, "dass das ganze Projekt zurückgezogen werden muss".

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