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Chronik Burgenland
02/14/2022

Zwei Flüchtlinge starben in Klein-Lkw: Erstickungstod bestätigt

Staatsanwaltschaft Eisenstadt schließt rund vier Monate nach dem Leichenfund an der Grenze die Ermittlungen ab

Im Fall zweier Flüchtlinge, die im vergangenen Oktober tot in einem Klein-Lkw bei Siegendorf (Bezirk Eisenstadt) gefunden worden waren, sind die Ermittlungen abgeschlossen. Der Abschlussbericht liegt vor, hieß es am Montag auf APA-Anfrage von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt. Als Todesursache wurde demnach Ersticken und in Folge Herzkreislaufversagen bestätigt. Ob der mutmaßliche Schlepper, ein 19-jähriger Lette, angeklagt wird, soll in circa einem Monat feststehen.

Die Ermittlungen haben laut Staatsanwaltschaft den 19. Oktober des Vorjahres als Todestag ergeben. An diesem Tag wurden die beiden toten Flüchtlinge bei einer Kontrolle eines Klein-Lkw an der burgenländisch-ungarischen Grenze auch entdeckt. Sie dürften noch auf ungarischem Staatsgebiet gestorben sein. Das lasse sich aber nicht mehr mit 100-prozentiger Sicherheit feststellen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Auch im Fall der 71 Toten im August 2015 erstickten die Flüchtlinge auf ungarischem Staatsgebiet, der Prozess gegen mehrere Schlepper fand deshalb in der Folge auch in Ungarn statt.

Soldaten des Bundesheeres hatten den Klein-Lkw bei der Fahrt über die grüne Grenze kontrolliert und im Laderaum 29 Migranten entdeckt, von denen zwei die Schlepperfahrt nicht überlebt hatten. Der 19-jährige Fahrer konnte zunächst flüchten, wurde aber Mitte Dezember in seinem Heimatland Lettland festgenommen und anschließend nach Eisenstadt gebracht. Die Entscheidung über eine Anklage ist noch offen.

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