„Wir dürfen die Jungen nicht vergessen“

© Bild: Natascha Marakovits

Stefan Schindler über sein erstes Jahr als Geschäftsführer der Neusiedler See Tourismus GmbH.

Stefan Schindler sitzt nicht gerne nur in seinem Büro vor dem Computer. Viel lieber ist er draußen bei den Leuten und am See, wie er sagt. Dementsprechend hat er für das Gespräch mit dem KURIER auch ein Platzerl am Wasser gewählt: Die Mole West in Neusiedl am See.

Am kommenden Dienstag, dem 1. Mai, jährt sich seine Amtszeit als Geschäftsführer der Neusiedler See Tourismus GmbH zum ersten Mal. Eine Zeit, in der er bereits erste Erfolge verbuchen konnte, es aber seiner Meinung nach auch noch viel zu tun gibt. „Den Job angetreten bin ich aus der Überzeugung heraus, etwas bewirken zu können. Ich sehe mich nicht als Tourismusmanager im klassischen Sinn und ich bin keiner, der alles besser weiß“, betont er.

Als größte Errungenschaft in seinem ersten Jahr sieht er die Einführung der 365 Tage Neusiedler See Card. Damit soll die Nebensaison für Urlauber attraktiver werden. „Es ist kein Zwang für Betriebe, aber eine Chance. Jeder der mitmachen will, ist eingeladen.“ Unterstützung gibt es von einem sogenannten Vermietercoach aus Schindlers Team. „Dabei geht es darum, die Stärken der einzelnen hervorzuheben, das vorhandene Angebot bestmöglich zu vermarkten. Außerdem soll die Hemmschwelle für Betriebe gering gehalten werden. Es wird sich keiner in einen Kurs zur Website-Optimierung setzen. Persönlich funktioniert es.“

Schindler selbst sieht sich als nationaler und internationaler Interessensvertreter der Betriebe. Um zu sehen, was gut funktioniert und wo es Verbesserungsbedarf gibt, ist er auch außerhalb der Arbeitszeit rund um den See unterwegs. „Der Job funktioniert nicht vom Schreibtisch aus. Man muss selber ein Gespür dafür bekommen, was die Leute wollen. Und ob etwas gut angenommen wird, kann ich nur sehen, wenn ich selbst dabei bin.“

Vielfalt bieten

Etwas, das ihm ganz besonders am Herzen liegt, ist die Vielfalt der Region bestmöglich zu nutzen. „Dabei dürfen wir die Jungen nicht vergessen. Wir dürfen nicht einschlafen. Der Surf Worldcup ist mir super wichtig, aber es muss noch mehr geben“, betont Schindler. Befragt nach seinen Plänen für sein zweites Amtsjahr will er nicht viel Preis geben, nur: „Wir wollen keinen Tourismus, der nicht zur Region passt.“

( kurier.at , nma ) Erstellt am 24.04.2018