© dpa Patrick Pleul

Chronik Burgenland
05/02/2012

Wildes Treiben auf den Feldern

Im Burgenland arbeiten Biobauern und Jäger zusammen. Gemeinsam will man Wildschäden vermeiden.

Jäger und Bauern sind sich nicht immer grün, schließlich „ernten“ sie zumeist auf den gleichen Flächen. Im Burgenland startet man nun aber eine beispielhafte Kooperation, um Wildschäden und daraus resultierende Schadenersatzforderungen zu vermeiden. „Wir wollen nicht in verschiedenen, sondern in einer Furche über den Acker gehen“, beschreibt der Hornsteiner Biobauer Walter Zwiletitsch poetisch die Ziele der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft. Zwiletitsch, Obmann von Bio Austria Burgenland und selbst Jäger, schlägt sich immer wieder mit Wildschäden auf seinen Feldern und Wiesen herum. Einer seiner Kollegen musste vor Kurzem 7000 Euro abschreiben, die auf das Konto von Wildschweinen gehen.

Feinschmecker

Vor allem das Schwarzwild, das sich stark vermehrt hat, macht den Bauern Sorgen. Eicheln und Buchecker waren für die Tiere in den vergangenen Monaten im Wald reichlich vorhanden. „Nun brauchen sie tierisches Eiweiß. Und das finden sie in Form von Würmern, Käfern, Engerlingen oder auch Mäusen auf den Feldern, die sie auf ihre Art umackern“, erläutert Landesjägermeister Peter Prieler, „so wie wir uns nicht nur von Erdäpfeln ernähren, schauen auch die Wildschweine auf ausgewogene Ernährung.“ In Sachen Würmer und Co. sowie delikatem unbehandelten Saatgut findet das Wild vor allem auf biologisch bewirtschafteten Flächen einen reich gedeckten Tisch.

Je vier Vertreter aus dem Biolandbau und der Jägerschaft versuchen nun gemeinsam, Strategien gegen das wilde Treiben zu entwickeln. Möglichkeiten gebe es verschiedenste. Ist zum Beispiel gerade eine heikle Zeit für das Saatgut, reicht es, wenn ein Jäger beim betroffenen Feld ein Wildschwein schießt. „Wildschweine leben im Familienverband und geben das sozusagen weiter, dann ist 14 Tage Ruhe“, so Prieler. Seitens der Biobauern sind Anbauversuche geplant, denn, wie Zwiletitsch weiß: „Wildschweine bevorzugen gewisse Sorten, die fressen nicht jeden Weizen oder jeden Mais.“

Bei allen Bestrebungen appelliert der Landesjägermeister aber an die Vernunft: „Gewisse Ertragseinbußen durch Wild muss ein Landwirt verkraften können.“ In den wenigsten Fällen gebe es Probleme, sich zu einigen, betont Prieler. Zahlen muss übrigens jener Jagdpächter, in dessen Revier der Schaden angerichtet wurde, auch wenn’s das Wild vom Nachbarrevier war.

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