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Chronik Burgenland
08/01/2012

Volle (Wind)Kraft voraus in Andau

Drittgrößter Windpark Europas: 79 Windräder werden auf dem Andauer Hotter aufgestellt. Das Land baut damit seine Vorreiterrolle europaweit aus.

Mit dem Bau des drittgrößten Windparks Europas in Andau gehört das Burgenland nun endgültig zu den Big Player unter  internationalen Windenergie-Produzenten, meint zumindest Landeshauptmann Hans Niessl: "Vor elf Jahren wurde über unsere Idee Windparks zu errichten noch geschmunzelt. Nun werden wir alsbald als Stromexporteur fungieren, und auch unsere Vorreiterrolle als Modellregion für erneuerbare Energie zeigt sich eindeutig."

Auf dem Hotter entlang der ungarischen Grenze werden derzeit 79 Anlagen des Typs E-101 des Herstellers Enercon mit einer Gesamtleistung von 237 MW errichtet und speisen zukünftig sauberen Windstrom für rund 150.000 Haushalte ins burgenländische Stromnetz ein.

Ab 2014 sollen sich die Rotorblätter der Windräder in Betrieb gehen. Laut einem Ranking des europäischen Windverbandes EWEA hat Andau dann den drittgrößten Windpark Europas, größere gibt es nur in Portugal. "Vergleicht man nur jene Windparks mit Anlagen der modernen 3 MW-Klasse ist Andau sogar der größte Windpark in Europa und dies wird bis zum Jahr 2016 so bleiben", heißt es von der EWEA. Betrieben werden die burgenländischen  Anlagen von Austrian Wind Power, ImWind und der Püspök- Gruppe.

Profitabel

Mit voller (Wind)-Kraft voraus heißt das Motto derzeit auf der Großbaustelle, rund drei Kilometer außerhalb der Gemeinde. Verkabelungen wurden bereits gelegt, Kranstellflächen und Fundamente errichtet, alles laufe nach Plan, sagt der SP-Bürgermeister, Matthias Gelbmann, der sich ob der Entschädigungszahlungen die Hände reibt. Für die Wegerechtsentschädigung erhalte die Gemeinde zukünftig 230.000 bis 250.000 Euro im Jahr. Auch 70 bis 80 Grundeigentümer, die ihre Ackerflächen an die Betreiber verpachten, würden vom Windpark finanziell profitieren. Gelbmann: "Es gab keine Kritik, weil alle profitieren und die Räder außerhalb der Ortschaft stehen."

Von 4600 bis zu 7500 Euro/Jahr kann ein Grundbesitzer lukrieren. Einer von ihnen ist der Winzer Erich Scheiblhofer: "Grundsätzlich ist die Windkraft eine gute Sache. Auch die Pacht für Grund und Boden sind ok." Leise Kritik übt Scheiblhofer aber dann doch. "Wären die Betreiber vor 15, 20 Jahren gekommen, hätten viele von uns wahrscheinlich Nein gesagt. Die Landwirtschaft verliert ganz einfach an Boden."

Doch nicht alle Andauer sind glücklich und zufrieden mit dem neuen Windpark.  Die Betreiber haben nämlich  Grundstücksbesitzern, wo die Aufstellung von  Windrädern in Frage gekommen sind,  vorerst einmal 500 Euro  für die Unterschrift von Optionsverträge bezahlt. Die, die jetzt nicht zum Zug gekommen sind, schmollen, hört man im Wirtshaustisch.

Das Burgenland wird in den nächsten zwei Jahren seine Windkraftleistung mehr als verdoppeln. In Parndorf steht derzeit mit  37 Windrädern die größte Anlage Österreichs.

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