Sanochemia setzt auf Export

Das Unternehmen plant zum 125-jährigen Firmenjubiläum einen Ausbau der Exportaktivitäten um 50 bis 70 Prozent.
Sanochemia setzt auf Export

Es ist eine bewegte Geschichte, auf die die Firma Sanochemia mit Sitz im nordburgenländischen Neufeld zurückblicken kann. Während die Gründerfirma Medinger im Jahre 1886 mit der Produktion von Weinsäure startete, ist Sanochemia heute ein florierendes Pharmaunternehmen. Innerhalb der nächsten drei Jahre will man die Exportaktivitäten um 50 bis 70 Prozent ausbauen, sagt Vorstandschef Werner Frantsits zum 125-jährigen Firmenjubiläum. Die Zukunft, so ist man sich im Vorstand sicher, werde im verstärkten Export liegen.

Das Hauptaugenmerk liege in den aufstrebenden Märkten in Asien, Afrika, Arabien und Südamerika. "Dort gibt es einen großen Nachholbedarf an pharmazeutischer Versorgung", sagt Klaus Gerdes vom Business Development. In Europa hingegen herrsche derzeit großer Preisdruck in der Pharmaindustrie. "Die Erträge aus Forschung und Entwicklung gehen immer mehr zurück, dagegen gibt es ein rasantes Wachstum von Generika (gleichwertige Kopie ehemals patentgeschützter Arzneimitteln, Anm.) und Preissenkungen auf Arzneimittel", erklärt Gerdes.

Gerüstet

Sanochemia setzt auf Export

Für das Wachstum sei man am Standort in Neufeld -wo rund zwei Drittel der insgesamt 200 Mitarbeiter von Sanochemia beschäftigt sind - jedenfalls gerüstet. Seit dem Gang an die Frankfurter Börse im Jahr 1999 wurden in Neufeld rund 40 Millionen € investiert. Rund zehn Tonnen Wirkstoffe und etwa vier Millionen Arzneimittelpackungen verlassen pro Jahr das Werk.

Das Unternehmen hat sich dabei auf die Vermarktung von Arzneimittel für Mensch und Tier spezialisiert. Auf der 60.000 Quadratmeter großen Werksanlage in Neufeld bündelt Sanochemia drei Kompetenzzentren: Entwicklung, Produktion und Logistik. Sanochemia spezialisiert sich auch gezielt auf die Entwicklung der Krebsdiagnostik. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte man sich eine Umsatzsteigerung. Ziel seien 33 Millionen €.

Ein Wermutstropfen sei, dass eine Kapitalerhöhung vorerst nur rund 4,5 Millionen statt der erhofften 16,25 Millionen Euro erbracht habe. Schuld daran sei auch der Investor Suntura, der Aktienkäufe nicht getätigt habe. Mit dem Investor sei die Zeichnung von Aktien zum Ausgabebetrag von 6,4 Mio. € vereinbart worden. Sanochemia habe dadurch einen direkten Schaden von einer halben Mio. €. erlitten, diesen Betrag wolle man nun einklagen. Eine Schadensersatzklage werde gerade vorbereitet, darüber hinaus behalte man sich eine Ausweitung auf 6,4 Mio. € vor.

Die geplante Kapitalerhöhung wird voraussichtlich im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

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