Polterabend endete mit Schlägerei

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Prozess – Bräutigam bleibt Narbe, Angeklagter ist im Zweifel frei

Von seinem Polterabend, den ein 30-jähriger Akademiker aus dem Südburgenland im Juli 2011 gemeinsam mit Freunden verbracht hatte, ist ihm eine schmerzhafte Erinnerung geblieben. Bei der Junggesellen-Abschiedsfeier in einem Lokal in seiner Heimatgemeinde zog er sich eine L-förmige sieben mal zehn Zentimeter lange Narbe auf der Stirn zu. Die Wunde im Kopfbereich – so behauptete der „polternde“ Südburgenländer, habe ihm ein Gast im Pub zugefügt. Der Beschuldigte, ein 28-jähriger Arbeiter aus Wien, musste sich aus diesem Grund wegen „Körperverletzung mit „dauerhafter Verunstaltung“ als Folge verantworten.

Doch der Reihe nach: In einer Sommernacht im Juli 2011 war der Südburgenländer mit etwa 15 Freunden in besagtem Pub. Alle hätten bereits etwas getrunken gehabt, als der Angeklagte dem Heiratswilligen ein Bierkrügel gegen den Kopf geschleudert haben soll. Dem 30-Jährigen – er ist mittlerweile bereits verheiratet – ist die Narbe geblieben.

Bierkrug

Der Angeklagte bestreitet die Tat. Im Gegenteil. Er sei vom 30-Jährigen gewürgt worden, als er mit Freunden an der Bar gesessen sei. „Als ich in das Lokal gekommen bin, ist der

Bräutigam mit einer Gummipuppe im Arm in einer Runde mit seinen Freunden gesessen. „Ich habe eine Bemerkung zur Puppe gemacht und mich an die Theke der Bar gesetzt. Nach einer Weile wurde ich von ihm (dem Kläger, Anm.) von hinten gepackt und gewürgt. Ich bin dann mit dem Hocker umgekippt, es kann sein, dass ihn dabei das Bierglas getroffen hat“, schildert der Angeklagte vor Gericht seine Version. Von den Freunden des 30-Jährigen, die mit ihm gepoltert hatten und die allesamt als Zeugen vor Gericht geladen waren, will aber keiner den Vorfall genau beobachtet haben. „Wir hatten alle etwas getrunken. Keiner war mehr nüchtern“, sagte ein Zeuge.

Richter Alfred Ellinger sprach den Angeklagten im Zweifel frei.

Erstellt am 22.01.2012