Chronik | Burgenland
25.03.2018

„Meine Songs haben eine Seele“

Die Psychologin Ulrike Mayer, alias „die Mayerin“, verpackt in ihren Dialekt-Liedern Persönliches

„Es fühlt sich alles genau richtig an. Seit es die Mayerin gibt, rennt alles viel runder. Ich kann endlich mein Talent ausleben.“ Ulrike Mayer sitzt bei einer Tasse Kaffee mit Schlagobers. Dass die 33-jährige Burgenländerin ihr Leben genießt, sieht man ihr an. Mayer strahlt, wenn sie von sich erzählt – als Psychologin mit eigener Praxis und seit vergangenem Jahr als Sängerin „die Mayerin“.

Mit Musik hatte die Psychologin schon immer viel am Hut. „Schon während dem Studium habe ich in einer Band gespielt. Von 2006 bis 2011 stand ich als Frontfrau der Band ‚BandWG‘ auf der Bühne und spielte als Vorband von Silbermond, Juli und Ich&Ich in Deutschland und Österreich“, erzählt sie.

Damals lebte sie in Wien. nach Abschluss des Studiums zog es die Burgenländern wieder zurück in ihre Heimatgemeinde Wimpassing an der Leitha. „Es war immer meiner Vision im Haus meiner Großmutter meine eigene Praxis zu eröffnen.“ Aus den Plänen wurde schließlich Wirklichkeit, als sie ihren Mann kennenlernte. „Er stammt auch aus Wimpassing.“ Heute haben die beiden ihr eigenes Haus und zwei Kinder.

Hochzeitslied

Die Musik war in dieser Zeit auf Eis gelegt. Erst vor zwei Jahren ließ sie ihr Talent wieder aufleben. „2016 haben mein Mann und ich geheiratet. Für die Hochzeit habe ich ihm einen Song geschrieben. Das Feedback der Gäste war so gut, dass mich das zum Weitermachen motiviert hat“, erzählt sie. So ist „die Mayerin“ entstanden.

Beim Namen brauchte sie nicht lange überlegen. „Es ist eine Verbindung zwischen Ursprünglichem und Modernem. In meinem Umfeld fanden den Namen von Anfang an alle genial.“

Die Texte und großteils auch die Lieder schreibt sie selbst. Gesungen wird ausschließlich im Dialekt. „Dadurch kann ich alles viel besser ausdrücken. Die Texte sind emotionaler, ich würde sagen, meine Songs haben eine Seele. Beispielsweise habe ich ein Lied über den Tod meiner Großeltern geschrieben. Das würde auf Hochdeutsch nie so rüberkommen. Ich spiele den Song bei jedem Konzert und habe dabei immer Tränen in den Augen. Die Leute spüren das und weinen mit mir mit“, erzählt Ulrike Mayer. Generell würde sie vieles aus ihrem Leben in ihrer Musik verarbeiten. „Ich will damit meinem Publikum helfen, sich selbst zu spüren.“

Liebe zu Eisenstadt

Dass sie jemals wieder aus Wimpassing wegziehen würde, kann sie sich nicht vorstellen. „Der Neusiedler See, das Leithagebirge, Eisenstadt und Wien sind in greifbarer Nähe. Wir haben hier alles.“ Sie würde auch viel lieber nach Eisenstadt zum Einkaufen fahren, als in das 35 Autominuten entfernte Wien: „Eisenstadt ist klein aber fein. Ich liebe die Stadt. Außerdem finde ich immer einen Parkplatz.“