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Chronik Burgenland
06/15/2019

Marienkron: Millionen für gutes Bauchgefühl

Nach umfangreichen Sanierungen und Umbauten wurde das Kurhaus Marienkron am Freitag eröffnet

Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird in der Seewinkelgemeinde Mönchhof Kurgeschichte geschrieben. Das Kloster Marienkron war 1955 als Zisterzienserinnenabtei am Eisernen Vorhang gegründet worden. Jetzt ist das Kurhaus nach einem umfassenden Aus- und Zubau neu erwacht: Mit einem modernen medizinischen, kulinarischen und architektonischen Konzept will man nun bei den Besuchern für ein gutes Bauchgefühl sorgen. Am Freitag wurde das Haus offiziell eröffnet.

Darmgesundheit

Gesundheit beginnt im Darm – so lautet seit jeher das Motto von Marienkron. Das Jahrhunderte alte Wissen von altgriechischen Medizinern, von Hildegard von Bingen und von Pfarrer Kneipp sei nun mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen gebündelt worden. „Dieser Fokus auf den Darm ist nicht nur in Österreich, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum einzigartig“, erklären die beiden Leiter der Einrichtung, Elke Müller und Gunther Farnleitner.

Wissenschaftliche Begleitung

Als „Zentrum für Darm und Gesundheit“ soll Marienkron auch in Zukunft Gäste jeden Alters ansprechen. Wer eine Auszeit vom Alltag benötige, gesundheitlich vorsorgen wolle oder Impulse für einen gesünderen Lebensstil suche, sei in Mönchhof gut aufgehoben. „Wenn Stress und Müdigkeit überhandnehmen, das Bauchgefühl aus den Fugen gerät und erste gesundheitliche Schwächen spürbar werden, deutet das auf einen notwendigen Neustart hin. Und genau dort setzen wir in Marienkron an“, erklärt die leitende Kurärztin Ulrike Göschl.

Wissenschaftlich begleitet wird das Kurhaus übrigens von dem gebürtigen Deutschen Andreas Michalsen, der sich europaweit als einer der führenden Mediziner zu den Themen Fasten und Integrative Medizin einen Namen gemacht hat.

13,5 Millionen Euro

13,5 Millionen Euro wurden in die architektonische, medizinische und heiltherapeutische sowie gastronomische Erneuerung investiert. Das Haus bietet in 67 neu gestalteten Zimmern Platz für bis zu 100 private Kurgäste. Mit 60 Mitarbeitern zähle die Einrichtung zu einem der größten Arbeitgeber im Seewinkel, sagt Landesrätin Daniela Winkler (SPÖ) bei der Eröffnung. „Vor 55 Jahren wurde mit dem Kneipp-Kurhaus Marienkron ein Pionierprojekt im Gesundheitstourismus realisiert. Bis heute gilt es als Leit- und Vorzeigebetrieb und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region“, so Winkler.

Nicht wegzudenken wäre der Kurbetrieb ohne die Klosterfrauen: 50 Jahre lang hatten die Ordensschwestern des Zisterzienserinnen-Klosters Kurgäste empfangen und daran hat sich auch – nach Umsetzung des neuen Konzepts – nichts geändert. 14 Schwestern leben heute in der Abtei Marienkron, sie sind – neben anderen Orden – Eigentümer der Liegenschaft. Mit ihren spirituellen Angeboten, etwa in Form von Seminaren wie Kurzexerzitien oder Qigong, sollen sie auch in Zukunft die Vielfalt des Hauses bereichern und seinen ganz besonderen Charakter unterstreichen.