Chronik | Burgenland
05.12.2011

Letzte Hoffnung bleibt Szombathely

Die Bürgerinitiative hofft auf alternative Betreiber. Land sieht nur Chancen im Lückenschluss nach Szombathely.

Keineswegs resignieren möchte die Initiative "Südburgenland Probahn", die gegen die Einstellung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Oberwart - Friedberg kämpft. Ganz im Gegenteil, nun werden Alternativen gesucht.

"Wenn die Österreichischen Bundesbahnen nicht wollen oder können, dann muss man sich nach anderen Betreibern umschauen", erklärt dazu BI-Sprecher Dietrich Wertz. Das sei eigentlich nicht Aufgabe der Bürgerinitiative, sondern des Landes, in der konkreten Situation sei man aber für die Region bereit, hier aktiv zu werden.

Infrage kämen Bahngesellschaften wie die Steiermärkische Landesbahn, die Graz-Köflacher Bahn oder die Raab-Ödenburger Bahn. Letztere sei besonders interessant, so Wertz, da sie ja im Nord- und Mittelburgenland aktiv ist. Erste Gespräche habe es bereits gegeben, das Interesse sei durchaus vorhanden.

Wille

Entscheidend, so Wertz, sei aber der politische Wille des Landes. Nach der Übergabe von mehr als 5000 Unterschriften an Landtagspräsident Gerhard Steier und der Debatte im Landtag zweifle er aber leicht daran.
Enttäuscht zeigt sich die Bürgerinitiative vom Schweigen der Bürgermeister an der Bahnstrecke.

Seitens des Landes verweist man auf ein Gesamtverkehrskonzept, das derzeit für das Südburgenland erstellt werde. Außerdem sei es eine Entscheidung der ÖBB gewesen, den Verkehr einzustellen. Dazu käme, dass die Auslastung auf der Bahnstrecke äußerst gering sei und hohe Kosten verursachen würde.

"Es ist natürlich schade, wenn ein Angebot des öffentlichen Verkehrs wegfällt", räumt der Verkehrskoordinator des Landes, Peter Zinggl, ein. Die Auslastung spreche aber gegen
die Strecke. Private Betreiber seien zwar nicht auszuschließen, ob sie aber ein besseres Angebot stellen könnten, bezweifelt der Verkehrskoordinator. Mittel- und langfristig werde der Bahnverkehr im Bezirk Oberwart nur eine Chance haben, wenn es zum Lückenschluss nach Szombathely käme: "Wir verhandeln mit den Ungarn, aber derzeit scheitert das an Finanzproblemen bei den Nachbarn."