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Chronik Burgenland
05/07/2012

Juwelierraub: 27-Jähriger vor Gericht

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen am Landesgericht: Nach brutalem Überfall startet nun der Prozess gegen einen der Täter.

Der brutale Raubüberfall auf den Juwelier Hohensteiner hatte im November 2005 ganz Eisenstadt in Schock versetzt. Mitten in der vorweihnachtlichen Idylle platzten drei bewaffnete Männer in das Geschäft in der Fußgängerzone. Die Täter hatten bei dem Coup nicht nur teure Uhren im Wert von etwa 440.000 erbeutet. Sie schossen auch dem jungen Uhrmacher, der bei dem Juwelier gearbeitet hatte, ins Gesicht. An den Folgen dieser Tat leidet der 22-Jährige noch immer.

Heute, rund sechseinhalb Jahre nach dem Überfall, muss sich einer der Täter, der 27-jährige Serbe Ilja B., am Landesgericht Eisenstadt  verantworten. Ihm wird schwerer Raub, Körperverletzung mit Dauerfolgen und schwerer, gewerbsmäßiger Einbruchsdiebstahl  im Rahmen einer kriminellen Organisation zur Last gelegt. Der Prozess vor dem Geschworenengericht (Vorsitz: Richter Wolfgang Rauter) ist für zwei Tage anberaumt.

"Schwerer Junge" 

Für die Verhandlung wurden die Sicherheitsvorkehrungen am Landesgericht Eisenstadt verschärft. Denn Ilja B. gilt als "schwerer Junge". Wie die Kriminalisten herausfanden, ist der 27-Jährige Mitglied einer europaweit operierenden kriminellen Vereinigung, die sich auf Blitzüberfälle auf Juweliere spezialisiert hat. Die Bande hatte in Deutschland zahlreiche Überfälle begangen. Sie hatten es immer auf hochpreisige Uhren in limitierter Stückzahl  abgesehen.  Bei ihren Coups schreckten die Täter auch nicht vor Gewalthandlungen zurück.

Das Trio, das den Raub auf den Juwelier Hohensteiner begangen haben soll, wurde Ende 2006 verhaftet, am nächsten Tag aber wieder freigelassen. Erst im Mai 2008 klickten für Ilja B. in Hamburg die Handschellen. Er wurde am Landesgericht Hagen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Im Vorjahr lieferten die deutschen Behörden den Serben nach Österreich aus.

Zu den Vorwürfen hatte der 27-Jährige stets geschwiegen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Auch sein Anwalt, Rudolf Mayer, wollte zum bevorstehenden Prozess "keinen Kommentar" abgeben.

Bei einer Verurteilung wegen schwerem Raub reicht der Strafrahmen von fünf bis 15 Jahre. Bei einem  Schuldspruch ist auf das in Deutschland ergangene Urteil Bedacht zu nehmen. Das Ausmaß für eine Zusatzstrafe beträgt  im Fall des 27-Jährigen maximal achteinhalb Jahre.

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