Im "Reitdorf" traben die Maschinen

Der Startschuss zu dem Megaprojekt ist endlich gefallen. Bis zu 25 Millionen Euro werden investiert, 2013 soll es fertig sein
Im "Reitdorf" traben die Maschinen

Gemütlich schlendert eine ältere Dame mit ihren Nordic Walking-Stöcken über das ehemalige Bergwerk-Areal von Goberling, einem Ortsteil von Stadtschlaining. Doch mit der Ruhe und Idylle wird es demnächst vorbei sein, Baumaschinen übernehmen ab sofort das Kommando.

Am gestrigen Dienstag fiel der Spatenstich zum viel diskutierten und lang ersehnten "Reitdorf" - der KURIER hat ausführlich berichtet.

Als Bauherr fungiert die L.V. Finanzgruppe Volossov GmbH, die Convers Group Holding UK Ldt. mit Alexander Antonov an der Spitze tritt als Investor auf, die Generalunternehmung hat die Strabag inne. Zwischen 20 und 25 Millionen Euro werden in das Vorhaben fließen. Der ganzjährige Betrieb soll im Juni 2013 aufgenommen werden.

"Wir haben eine Marktanalyse durchgeführt, der Bedarf ist auf jeden Fall gegeben", sagt Projektleiterin Irene Dworschak. "Es ist ein ausgereiftes, von allen Seiten durchleuchtetes Projekt, das mit Sicherheit umgesetzt wird." Nicht nur der Pferdefreund, sondern die gesamte Familie soll den Urlaub dann hier verbringen. Die Infrastruktur sei ideal, Reit- und Wanderweg vorhanden, Golf und Therme in unmittelbarer Nähe.

Europaweit einzigartig sei das "Reitdorf", warum es dennoch zu Verzögerungen mit der Umsetzung - ab 1998 wurde die Liegenschaft erworben - gegeben habe, erklärt Leonid Volossov, Geschäftsführer der gleichnamigen Finanzgruppe, im KURIER-Gespräch: "Wir hatten manchmal Probleme mit der Finanzierung, aber das ist jetzt geklärt. Außerdem wurden wir sehr streng geprüft."

Leitbetrieb

Auf dem 22,7 Hektar großen Areal sollen vor allem Freizeitreiter auf ihre Kosten kommen. 155 Wochenendhäuser werden errichtet, Stallungen für 180 Pferde entstehen. Hinzu kommt eine Reithalle, eine Galopp- und Trabrennbahn mit 750 Meter Länge, ein Dressurplatz, Restaurants, Shops und auch ein Tierarzt. Zudem wurde ein Fischteich angekauft.

Mit bis zu 50 Arbeitsplätzen und Einnahmen für die Gemeinde rechnet indes VP-Bürgermeister Herbert Dienstl, der große Hoffnungen in das "Reitdorf" setzt. Ein Leitbetrieb solle es werden, nicht nur für das Burgenland, sondern für ganz Ostösterreich. "Die Gespräche mit Volossov und Antonov waren sehr positiv, es war immer der Wille zur Umsetzung da, auch wenn es Hochs und Tiefs gegeben hat."

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