Chronik | Burgenland
29.06.2018

Für 32.458 Schüler im Burgenland beginnen die Ferien

Im kommenden Schuljahr wird es einige Änderungen geben, erstmals in Österreich wird im Burgenland der Schulcluster getestet.

Es ist es soweit: Für 32.458 Schüler im Burgenland ist heute der letzte Tag in diesem Schuljahr, neun Wochen Ferien stehen vor der Tür. Zumindest für die meisten. Denn 1041 Schüler müssen für den Nachzipf im Herbst lernen – sie schließen das Jahr mit einem oder mehreren „Nicht genügend“ ab. Nach mehr als 50 Reformen im Schulwesen in den vergangenen Jahren wird es auch im kommenden Schuljahr Neuerungen geben, kündigt Burgenlands Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz an.

Als erstes Bundesland wird das Burgenland vier Pilotcluster einführen. Und zwar werden mit den Neuen Mittel- und Volksschulen von Bernstein, Lockenhaus, Illmitz sowie in Frauenkirchen (Volksschule, NMS, PTS, ASO) diese Cluster gebildet. Durch diese Bündelung der Schuleinheiten können nicht nur einheitliche pädagogische Konzepte erarbeitet werden.

Schließungszahlen

„Mit der Verclusterung fallen auch die Schließungszahlen, weil hier mit einer eigenen Einheit bemessen wird“, sagt Alfred Lehner, Pflichtschulinspektor und Clusterbeauftragter des Ministeriums. Die neuen Direktoren werden künftig mehrere Schulen leiten, so können die Standorte erhalten werden. Denn ab einer Schülerzahl von unter 80 müssen Neue Mittelschulen (NMS) geschlossen werden. Ziel seien neue Schulgrößen ab 200 Schülern. Vor allem das Südburgenland sei an dieser Art des Zusammenschlusses interessiert, da es dort kleine Einheiten gäbe. 13 weitere Cluster-Anmeldungen lägen bereits vor.

Aus heißt es ab Herbst nach derzeitigem Stand für zwei Standorte: Die Volksschulen Goberling und Rettenbach (Bezirk Oberwart) haben zu geringe Schülerzahlen und müssen schließen. In Kroatisch Minihof hat das Bangen um die Volksschule seit Donnerstagabend ein Ende: Es gibt sieben Anmeldungen – genau so viele sind laut Pflichtschulgesetz für die Aufrechterhaltung des Schulstandortes erforderlich.

Unklar ist hingegen seit einem Jahr der Fortbestand der Volksschule in der kroatischsprachigen Volksschule Frankenau (Bezirk Oberpullendorf): Nachdem nur zwei Schüler für das abgelaufene Schuljahr gemeldet waren, wurde die Bildungseinrichtung stillgelegt, die beiden Schüler besuchen die Volksschule im Ortsteil Unterpullendorf . Doch das Landesverwaltungsgericht hat diesen Entscheid nach einer Beschwerde aufgehoben. Der Grund: Im Minderheitenschulgesetz ist keine Schließungszahl ausgewiesen, theoretisch sei auch ein Fortbestand mit nur einem Schüler denkbar. Jetzt soll das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.

„Ich halte mich natürlich an das Gesetz. Dass es pädagogisch sinnvoll ist, eine Schule mit weniger als sieben Kindern zu führen, kann ich aber nicht nachvollziehen“, sagt Zitz.