Frisches Blut für die Lipizzaner
Die Vermarktung ist schlecht", stellt Karl Reiter fest. Der Hotelier aus Tirol beschwert sich nicht über Tourismusverbände oder ähnliches. Es geht um die Lipizzaner. "Die Pferde werden unter ihrem Wert verkauft und nicht wie ein österreichisches Kulturgut behandelt", erklärt Reiter im KURIER-Gespräch.
Mehr als 50 Pferde
Als in den Medien berichtet wurde, dass es zu wenig Nachwuchs bei der traditionellen österreichischen Rasse gäbe, hat er sich geärgert: "Es stimmt nicht." Reiter betreibt eine der größten privaten
Lipizzanerzuchten Europas und nennt mehr als 50 Pferde sein Eigen. Mehr als hundert Tiere habe er schon in die ganze Welt verkauft. Außerdem sei er erfolgreich bei nationalen und internationalen Bewerben mit seinen Tieren. Aber die Nachfrage werde immer geringer.
Im Jahr 1983 hat sich der Tiroler Unternehmer seine ersten
Lipizzaner gekauft und damit einen Kindheitstraum erfüllt. Fünf Hengste von der Spanischen Hofreitschule und Stuten aus Gestüten in der Slowakei, Ungarn und Rumänien beschaffte er sich für die Zucht.
Niedrige Preise
Fohlen würde es auch heute in
Österreich genug geben, wenn es einen anständigen Markt dafür geben würde. "Die Preise für
Lipizzaner sind viel zu niedrig angesetzt", sagt der Pferdezüchter. Für einen Tiroler Haflinger aus dem Gestüt Ebbs würde man das fünffache bezahlen, was ein Lipizzaner der Hofreitschule koste. So könne man als Züchter nicht kostendeckend arbeiten, wenn man bedenke, wie lange es dauert, bis man ein Pferd verkaufen kann.
Reiter sieht im Lipizzaner das ideale Freizeitpferd. "Sie sind elegant, belastbar, und auch die inneren Werte passen", erklärt der Pferdeliebhaber. Trotzdem werde am Image nicht gearbeitet. In
Bad Tatzmannsdorf, Bezirk Oberwart, betreibt er neben seinen beiden Hotels eine Zucht mit 22 Tieren. Hier können pferdebegeisterte Hotelgäste einen Ausritt mit den anmutigen Tieren unternehmen. Fohlen habe er zwar nur mehr selten, aber: "damit unsere guten Linien nicht aussterben, züchten wir nach", sagt Reiter. Das Kulturgut "Lipizzaner" müsse erhalten bleiben und wieder mehr Wert bekommen.
Auszeichnung: Frauen und Familien als Betriebskapital
Nicht nur im neuen Wellnessführer "Relax Guide" wurde
Reiter's
Burgenland Resort in
Bad Tatzmannsdorf mit Höchstnoten bewertet, auch von
Burgenlands Wirtschaftskammer gab es für
Karl Reiters Hotels eine Auszeichnung - und zwar als frauen- und familienfreundlichster Großbetrieb.
Organisiert wird dieser Wettbewerb heuer bereits zum siebenten Mal von der Initiative "Taten statt Worte", unterstützt von "Frau in der Wirtschaft".
In den Kategorien Klein- und Mittelbetriebe gingen die ersten Preise an den Tapezierer- und Raumausstatter
Johann Glanz aus
Neusiedl am See sowie an die Firma amberANTs Service GmbH,
Callcenter und IT-Dienstleistungen in
Eisenstadt. Als bestes öffentliches Unternehmen gewann der Kindergarten von
Neufeld an der Leitha.
Flexible Arbeitszeit
Der Betrieb von Alexandra und
Johann Glanz mit neun Mitarbeitern an den Standorten in
Jois und Neusiedl ist der Jury wegen der flexiblen Arbeitszeitgestaltung aufgefallen.
"Die amberANTs Service GmbH" mit 26 Mitarbeitern in
Eisenstadt wurde gekürt, "weil dem Unternehmen die Wichtigkeit gut funktionierender Familien bewusst ist", lobt Organisatorin Landtagsabgeordnete
Andrea Gottweis.
Im
Reiter's Burgenland Resort in
Bad Tatzmannsdorf sind 285 Mitarbeiter, davon 189 weiblich, beschäftigt. In der ersten Führungsebene gibt es gleich viele Männer und Frauen. "Der Wiedereinstieg nach der Karenzzeit wird vor allem durch die Kinderbetreuung im Betrieb, sieben Tage die Woche, 12 Stunden täglich, und alternativ durch eine Tagesmutter für fünf Tage die Woche begünstigt. In den Ferien besteht die Kinderbetreuung sogar bis 21 Uhr", betont
Gottweis.
Im Neufelder Kindergarten mit 23 Mitarbeiterinnen wird Flexibilität groß geschrieben. Ein weiteres Plus: Eine Integrationsbeauftragte kümmert sich um das multikulturelle Zusammenleben.
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