Frau Klein macht in der Heimat großen Wein

© Bild: Natascha Marakovits

Jaqueline Klein war die Arbeit im Weingarten „nie zwida“. Als Winzerin hat sie ihre Berufung gefunden

Klein macht Wein.“ Der Slogan von Jaqueline Klein passt nicht mehr so ganz. Die Andauerin heißt zwar Klein, ihr Weinbaubetrieb ist es aber nach jahrelanger Aufbauarbeit mittlerweile nicht mehr. Erst vor Kurzem wurde der Betrieb um einen Zubau erweitert. Der Stil: Schlicht und modern mit viel Glas im Frontbereich. „Es wirkt jetzt alles viel offener, einladender“, betont die Winzerin. Neben dem Gebäude, das nun Weinkeller, Verkaufsraum und Büro vereint, wurden auch die Weingärten Schritt für Schritt erweitert. Insgesamt 40 Hektar bewirtschaftet sie heute in ihrer Heimatgemeinde. Dabei hat alles ganz klein angefangen.

Von klein auf

„Meine Eltern hatten einen gemischten landwirtschaftlichen Betrieb mit ein paar Weinstöcken, haben jedoch nie Wein produziert, sondern die Trauben nur verkauft“, sagt Jaqueline Klein. Sie sei schon im Kindesalter in den Weingärten gewesen. „Mitzuhelfen hat mir immer Spaß gemacht. Mir war die Arbeit nie zwida“, sagt sie.

So stand schnell fest, dass es in Sachen Berufsausbildung in diese Richtung gehen soll. „Nach Abschluss der Vino-HAK habe ich internationales Weinmanagement studiert. Die erforderliche Praxis habe ich in einem Weingut in Göttlesbrunn als Kellermeisterin gemacht. Da habe ich die Leidenschaft entdeckt und wusste, ich will nichts anderes machen.“

Ihr erster Jahrgang aus eigener Produktion erschien schließlich im Jahr 2010. „Der Anfang war natürlich schwierig. Ich war sehr viel auf Messen unterwegs, musste erst Kontakte in der Weinszene aufbauen.“ Außerdem war sie in den ersten Jahren eine der wenigen Frauen, die sich in die Männerdomäne Weinbau vorwagten.

Die Mühe hat sich jedenfalls gelohnt, 2014 konnte die Unternehmerin mit ihrem Zweigelt bei der Austrian Wine Challenge (AWC), bei der laut Klein jährlich rund 12.000 Proben eingereicht werden, den ersten Platz belegen. „Darauf bin ich schon stolz. Vor allem, dass ich mit meiner Lieblingssorte, dem Zweigelt, punkten konnte.“

Womit sie auch schon beim Thema Sorten wäre. „Ich liebe Rotweine. Daher sind 80 Prozent der Anbaufläche rot. Hauptsächlich Zweigelt, gefolgt von Syrah. Dieser ist von der Herausforderung her gesehen am besten. Da muss alles stimmen“, erklärt Klein.

Hitzepol Österreichs

Für guten Wein braucht es neben dem Wissen und Können des Winzers vor allem auch gute klimatische Bedingungen. „Der Seewinkel ist der Hitzepol Österreichs. Zweigelt, Merlot, Cabernet und Syrah passen sehr gut zu Andau.“

Für Klein ist ihre Heimatgemeinde nicht nur perfekt für ihren Wein, sondern auch für sie selbst. „Ich bin überhaupt kein Stadtmensch. Aus Andau wegzuziehen, kann ich mir nicht vorstellen“, betont sie.

Und wie stellt sie sich ihre Zukunft vor?

„Mein Wunsch ist, dass ich den Erfolg halten und wenn möglich noch weiter ausbauen kann. Und dass das Wetter mitspielt. 2016 war ein sehr schlimmes Frostjahr. Wir hatten 55 Prozent Ernteausfall.“

( kurier.at , nma ) Erstellt am 14.04.2018