© Orovits Thomas

Chronik Burgenland
01/17/2019

Ex-Betriebsrätin beklagt Mobbing beim Psychosozialen Dienst

Arbeitsgericht. Ex-Krages-Jurist Yalcin Duran vertritt Gekündigte vor Gericht. PSD weist Vorwürfe zurück.

Dass just im Psychosozialen Dienst (PSD), einer landeseigenen Einrichtung zur Betreuung von Menschen in Lebenskrisen und mit psychischen Erkrankungen, ein Klima der Angst und Einschüchterung herrschen soll, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Das behauptet Sabine Birner, die nach elf Jahren beim PSD – einer Tochter der burgenländischen Krankenanstaltengesellschaft Krages – im vergangenen Oktober gekündigt wurde.

Sie habe sich als Betriebsrätin für gemobbte Mitarbeiter eingesetzt und sei schließlich selbst „von oben“ gemobbt worden, erzählt die 41-jährige langjährige EDV-Expertin beim PSD. Eine zweite PSD-Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, bestätigt die Behauptungen Birners. Wie sie gemobbt wurde? Man habe sie „aus Teambesprechungen ausgeschlossen“, mit „Zimmerverbot“ belegt, „nicht mehr gegrüßt“ und schlussendlich behauptet, sie sei manisch-depressiv.

„Sozialwidrig“

Man habe nur gewartet, bis ihr Mandat als Betriebsrätin ausgelaufen sei, um sie los zu werden, behauptet Birner, die mittlerweile als Lebens- und Sozialberaterin arbeitet und demnächst die Ausbildung zur Psychotherapeutin abschließen will. „Ich habe nichts Unrechtes getan“, wehrt sich Birner vor Gericht gegen die Kündigung und pocht auf „Wiedereinstellung“. Kommende Woche findet am Arbeits- und Sozialgericht in Eisenstadt eine erste Verhandlung statt.

Vertreten wird Birner – und das ist die zweite Pikanterie – von Yalcin Duran, dem früheren Chefjuristen der Krages, der jüngst in eigener Sache einen Arbeitsrechtsprozess gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber gewonnen hat und nun als Rechtsanwalt arbeitet. Die Entlassung von Duran 2017 sei zu Unrecht erfolgt, hatte das Gericht befunden und ihm Schadenersatz zugesprochen. Dass eine Krages-Tochter nun „Gegnerin“ sei, sehe er „ganz nüchtern und objektiv“, versichert Duran.

Die Kündigung seiner Mandantin sei „sozialwidrig“, ist Duran überzeugt. Zudem hat er die Anfechtung um Mobbing erweitert. Birner sei bei PSD-Oberen in Ungnade gefallen, weil sie sich für Mobbing-Opfer eingesetzt habe. Der Arbeitgeber sei den behaupteten Missständen nicht nachgegangen und habe sie nicht abgestellt, sondern Birner sei selbst zum Mobbing-Opfer geworden und gekündigt worden, so Durans Sicht der Dinge.

Die PSD-Geschäftsführung „hat alles getan, um hier eine gütliche Lösung zu erreichen“, weist die Krages „Mobbing-Vorwürfe entschieden und ausdrücklich zurück“, heißt es dazu auf KURIER-Anfrage. Die Zusammenarbeit sei aber in dem Fall nicht mehr möglich. Der Mitarbeiterin sei im Beisein des Betriebsrates eine einvernehmliche Kündigung angeboten worden. „Diese hat sie abgelehnt. Sie hat den Weg vor Gericht gewählt. Wir werden unseren Standpunkt dort entsprechend vertreten.“

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