© Kevin Kada

Chronik Burgenland
09/02/2019

„Ein Titel beim Grand-Slam, das wär’s“

Der 17-jährige Michael Frank gehört zu den großen Hoffnungen im Tennis. Gemeinsam mit den Thiems trainiert er für seinen Traum.

von Kevin Kada

Sebastian Ofner, Dennis Novak und natürlich Österreichs Tennis-Aushängeschild Dominic Thiem – sie alle trainieren im niederösterreichischen Maria Enzersdorf im Bezirk Mödling. Die „Südstadt“ wie es landläufig betitelt wird, bietet für die heimischen Tennis-Asse die besten Trainingsbedingungen. So auch für den 17-Jährigen Michael Frank aus Eisenstadt. Er trainiert dort unter anderem mit Dominic Thiems Bruder Moritz unter dessen Vater Wolfgang. Der KURIER besuchte Frank und seine Mutter Susanne beim Training.

KURIER: Michael, du spielst seit elf Jahren Tennis. Zu Beginn warst du aber auch als Fußballer aktiv. Warum die Entscheidung für Tennis?

Michael Frank: Naja, ich war nie der begabteste Fußballer (lacht). Ich war Verteidiger und immer eher der fürs Grobe, weil ich körperlich gut entwickelt war. Aber im Tennis war ich talentierter und es hat auch mehr Spaß gemacht. Außerdem war ich dort erfolgreicher, darum habe ich mich dafür entschieden.

Du bist 17 Jahre alt. Dabei musst du Schule, Sport und Freizeit miteinander verbinden. Wie gelingt dir das?

Naja, für mich ist der Sport das Wichtigste, soviel ist sicher. Danach kommt aber gleich die Schule und dort bin ich auch recht gut. Nur Mathematik ist nicht so ganz meine Stärke. Ansonsten bleibt tatsächlich nicht viel Zeit, die meisten Freunde hat man dann zwangsläufig in der Schule oder beim Sport.

Und wie sieht so dein Ablauf in Sachen Training und Turniere aus?

Die meiste Zeit bin ich unterwegs. Wenn ich nicht bei Turnieren bin, dann trainiere ich hier in der Südstadt. Und der Rest ist eben Schulzeit. Da ich oft weg bin, muss ich dann viele Dinge wie Schularbeiten und Tests nachholen. Aber das klappt ganz gut.

Frau Frank, Sie unterstützen ihren Sohn nun seit mittlerweile elf Jahren, damit er das Ziel des Tennis-Profis erreichen kann. Welche Opfer muss man da bringen?

Susanne Frank: Natürlich war es nicht immer leicht. Vor allem damals, als mein Mann oder ich noch zu jedem einzelnen Turnier mitfahren mussten. Da ist sehr viel Zeit für anderes auf der Strecke geblieben. Aber je älter Michi wurde, desto einfacher wurde auch die Organisation. Auf der einen Seite, weil man sich daran gewöhnt und auf der anderen Seite, weil er jetzt im ÖTV-Kader ist und der Verband sehr viel unterstützt.

Michael, du trainierst hart, und kommst langsam in ein Alter, wo es sich entscheidet, ob du es in das Profigeschäft schaffst, oder nicht. Ist das überhaupt dein Ziel?

Natürlich ist es mein Traum, irgendwann mal bei den Profis aufzuschlagen. Ich will nicht unter den Top 500 oder so sein, damit gebe ich mich nicht zufrieden. Wenn ich etwas machen will, dann richtig und ich will erfolgreich sein. Aber bis dahin muss ich noch hart arbeiten.

Denkst du, dass es realistisch ist, dass du dieses Ziel schaffst. Immerhin ist die Luft im Profigeschäft dünn?

Es ist sehr schwierig. Aber ich glaube an mich. Und auch meine Trainer glauben an mich und meinen, dass ich das Zeug dazu habe, wenn ich weiter so hart trainiere.

Hast du einen speziellen Wunsch oder Traum in Sachen Tennis?

Da gibt es mehrere. Top-Ten zum Beispiel oder ein spezielles Turnier gewinnen. Oder ein Titel bei einem Grand-Slam-Turnier, das wäre etwas.

Hast du ein aktives oder auch nicht mehr aktives Tennis-Vorbild?

Das ist für mich ganz klar Dominic Thiem.