Der Leiter des Kinderwunschzentrums, Oberarzt Peter Bauer, bietet den Patienten Beratung und Unterstützung.

© Krages

Chronik Burgenland
02/22/2019

„Ein Dorf voller Wunschkinder“

1000 Babys erblickten in den vergangenen20 Jahren dank Kinderwunschzentrum das Licht der Welt

Anita W. (Name geändert) hat den Schritt gewagt. Weil sie auf natürlichem Weg nicht schwanger wurde, hat sie sich gemeinsam mit ihrem Mann für eine künstliche Befruchtung entschieden. Schon der erste Versuch der In-vitro-Fertilisation (IVF) im Kinderwunschzentrum in Oberpullendorf war von Erfolg gekrönt: „Ich erwarte jetzt mein erstes Kind“, sagt die 30-jährige Burgenländerin. Durch Zufall seien die werdenden Eltern in Oberpullendorf gelandet, nachdem sie sich zuvor an eine Einrichtung in Wien gewandt hatten. „Das war eher eine Massenabfertigung. Hier fühle ich mich gut aufgehoben und beraten.“

In manchen Fällen braucht die Natur Unterstützung durch die Medizin. Das Kinderwunschzentrum im Krages-Spital bietet seit den 1990er Jahren Beratung und Hilfe an. Unter der Leitung von Oberarzt Peter Bauer wurde in den vergangenen 20 Jahren „ein burgenländisches Dorf voll mit Wunschkindern“ – etwa tausend an der Zahl – im Reagenzglas gezeugt, zieht die Krages Bilanz.

Um die Leistungen des Kinderwunschzentrums in Anspruch nehmen zu können, muss eine Ursache wie Eileiterverschluss, mangelnde Spermaqualität oder eine Hormonstörung vorliegen. Betreut werden Paare, Befruchtungen mit Eizellen- oder Samenspenden werden nicht durchgeführt. Das Wort „künstlich“ verwendet Oberarzt Bauer in Zusammenhang mit seiner Arbeit nicht so gerne: „Die Befruchtung ist ja nicht wirklich künstlich. Sie findet nur außerhalb des Körpers statt.“

Seit Bestehen des Institutes, das in die gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung des Spitals eingebettet ist, habe sich die Technik stark verbessert. Während die Schwangerschaftsrate anfangs bei etwa 25 Prozent lag, liege sie heute mit 35 Prozent im ersten Drittel österreichweit. Verbessert habe sich auch die Rate der Mehrlingsschwangerschaften: „2004 hatten wir die letzte Drillingsschwangerschaft“, sagt Bauer. Selbst Zwillinge kämen „sehr selten“ vor.

Neues Leben aus dem Eis

Seit 2007 wird in Oberpullendorf auch die Methode der Kryokonservierung durchgeführt (siehe Zusatzbericht). Grundsätzlich werde die IVF solange versucht, wie die Frau fruchtbar ist. Rund 3000 Euro kostet die Behandlung, seit dem Jahr 2000 gibt es in Österreich finanzielle Unterstützung aus dem IVF-Fond : Vier Versuche werden unterstützt, die Patienten haben 30 Prozent Selbstbehalt zu tragen. Die Voraussetzung: Die Frau darf nicht älter als 40 Jahre, der Mann maximal 50 Jahre alt sein.

Über Fälle wie jenen aus Deutschland, wo eine mehrfache Mutter mit 65 Jahren nach einer künstlichen Befruchtung Vierlinge zur Welt brachte, kann der Oberarzt nur den Kopf schütteln. „Da müssen Kollegen am Werk sein, die nicht viel nachdenken.“ Seine bisher älteste Patientin mit erfolgreicher Behandlung war 43 Jahre.

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